§ 24. Krümmung einer Fläche.
279
so entsteht auf Grund von (40), (43), (45) die „Eulersche
Gleichung“:
(VIII) | Kv = K ± cosV + Ä, sin 2 99 (Ellipse),
( K v = K. 2 cos 2 cp + K x sin 2 cp (Hyperbel).
Faßt man den Meusniersehen Satz (III) und den
Eulerschen (VIII) zusammen, so ist der Krümmungsradius Jt
eines beliebigen ebenen Schnittes durch P leicht bestimmbar;
durch den ersteren Satz wird P auf den Krümmungsradius B v
eines Normalschnittes zurückgeführt, und Ji v wiederum durch
den Eulerschen Satz auf die beiden Hauptkrümmungsradien;
die geometrische Konstruktion von JR V war bei (40) an
gegeben.
Man nennt die beiden Normalschnitte in P, denen die
Hauptkrümmungsradien Ii x , Ii, angehören, die „Haupt
normalschnitte“ der Fläche in P. Eine Kurve auf der
Fläche, längs deren die Tangente stets in einen Haupt
normalschnitt fällt, ist gemäß (IV) eine „Krümmungslinie“
der Fläche. Durch jeden Punkt P der Fläche gehen zwei
Krümmungslinien, die sich daselbst gemäß (41), (41') recht-
winkelig schneiden.
Man gibt dieser Tatsache den Ausdruck:
„Die Krümmungslinien einer Fläche bilden
eine Orthogonalschar.“
Wenn die Gleichung
zwei reelle Wur
zeln hat, wenn also die Diskrirninante LN—M 2 negativ ist,
so wird die Krümmung Null, d. h. der Normalschnitt weist
dann in P einen Wendepunkt auf (§ 18, S. 225), die Tangente
heißt eine Haupttangente der Fläche. Kurven auf der
Fläche, deren Tangenten sämtlich Haupttangenten sind, heißen
Haupttangentenkurven, ihre Differentialgleichung ist
Bezüglich weiterer Entwickelung der Flächentheorie sei
auf diese Sammlung, Bd. XXIX und XLIV verwiesen.