x Börnstein: Brennstoffe.
und ist eine unvollständige Verwesung. Durch die beschränkten Mengen
einwirkenden Sauerstoffs wird in erster Linie der Wasserstofigehalt der
organischen Materie zu Wasser verbrannt, in den Rückständen wird vor-
nehmlich der Kohlenstoffgehalt vermehrt.
Vertorfung geht vor sich, wo die Reste abgestorbener Land-
und Sumpfpflanzen durch Bedeckung mit stagnierendem Wasser vom
Zutritte der Luft abgeschlossen werden. Die Kohlenstoffanreicherung
verläuft hier langsamer als bei der Vermoderung.
Fäulnis bezeichnet die Zersetzung der organischen Substanz,
hauptsächlich von Wasserorganismen (Tieren und, Pflanzen) in Gegen-
wart von stagnierendem Wasser und bei Mangel an Sauerstoff. Als gas-
förmiges Zersetzungsprodukt tritt in erster Linie Methan auf, daneben
Kohlensäure, Ammoniak und Schwefelwasserstoff.
Je nach dem vorliegenden Material, ob es sich um mehr pflanzliche
oder mehr tierische Reste, um das Überwiegen von Kohlenhydraten, Ei-
weißstoffen oder Fetten handelt, werden durch diese Prozesse andere
Produkte erzeugt werden, wie sie sich_in folgenden drei großen Gruppen
zusammenfassen. lassen:
1. Humusgesteine, der Hauptsache nach aus Landpflanzen-
resten durch Vermoderung und Vertorfung gebildet, dann vielfach durch
den Prozeß der „Inkohlung“ (s. H. ch. T. IV, 44) weiter umgewandelt.
Dahin sind zu rechnen: Torf, Braunkohle, die meisten Steinkohlen bis
zum Anthrazit.
2. Sapropelgesteine, aus tierischen und pflanzlichen Wasser-
organismen. durch Fäulnis entstanden, deren erstes Produkt, der „Faul-
schlamm“ (Sapropel), sich zu einem beträchtlichen Teile aus dem
Plankton der stehenden Gewässer bildet. Hierauf wirkt weiter umbildend
die „Bituminierung“!) ein, ein in der organischen Substanz der Sa-
propelgesteine vor sich gehender Prozeß, durch den der Kohlenstoff
angereichert und der Sauerstoff gemindert wird, während der Wasser-
stoffgehalt mindestens unverändert bleibt oder auch angereichert wird.
So entstehen manche Cannelkohle, Bogheadkohle, bituminöse Schiefer;
auch Erdöl und Asphalt werden mehr oder weniger als Derivate der
Sapropelgesteine angesehen. /
3. Liptobiolith ee, die aus stark harz- oder wachshaltigen Pflanzen
nach Verwesung der übrigen Teile zurückbleibenden, schwer oder kaum
verweslichen Harz- resp. Wachsreste, die als _Pyropissit, Retinit, Bern-
stein usw. bekannt sind.
In Tabellenform charakterisieren sich diese Zersetzungsprozesse nach
Potoni6@ (8. 39).
Torf ist das noch heute an vielen Stellen der Erdoberfläche, in den
„Torfmooren“ oder „Moosen“, sich bildende Zersetzungsprodukt ab-
gestorbener organischer Reste hauptsächlich pflanzlicher Natur. Die im
Laufe langer Zeiträume oft in sehr beträchtlicher Dicke abgelagerten
Massen organischer Reste bestehen meist aus einer ganzen Anzahl senk-
recht aufeinanderfolgender Schichten, die sich nicht nur durch Alter
und Zersetzungsgrad, sondern auch durch die Verschiedenheit der
Pflanzenvereine, die zu ihrer Entstehung beitrugen, voneinander unter-
scheiden. Diese Schichten, die hauptsächlich zu ihrer Bildung beitragen-
*) Vgl. Strem me, Monatsber. d. deutsch. geolog. Gesellsch. 59. 1907. 153.
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