Full text: Freitragende Holzbauten

Holz als Baustoff. 
lie mittleren Werte der Elastizitätszahlen hervor, wie sie Baumann bei 12 vH 
Feuchtigkeitsgehalt gefunden hat. 
aus Zugversuchen . .....0...0.. 
aus Druckversuchen ........... | 
aus Biegungsversuchen .......... 
„Jastizitätswerte 
Buche 
160 000 — 166 000 185 000 
160 000 160 000 160 000 183 000 
140 000 113 000 162 000 
Bei anderen Forschern (Tetmajer, Bauschinger, Rudeloff, Janka) haben die durch Ver- 
suche ermittelten Werte beträchtliche Unterschiede gezeitigt. Jedenfalls hat man festgestellt, daß bis 
zur zulässigen Grenzspannung hin eine Proportionalität zwischen Spannungen und Formänderungen be- 
steht, daß aber die Tragfähigkeit um so rascher erschöpft ist, je größer die Formänderungen nach Über- 
schreiten der Spannungsgrenze werden. Wichtig ist auch das Maß der Durchbiegung, das um so größer 
wird, je feuchter!) das Holz ist und je weiter das Herz nach der Zugkante hin liegt (s. unten). 
Die Baumannschen Untersuchungen zeigen gute Übereinstimmung und beweisen, daß die bleibenden 
Durchbiegungen in starkem Maße vom Feuchtigkeitsgrad des Holzes abhängig sind. Als Mittelwert für 
praktische Nutzanwendung könnte man etwa 120 000 kg/cm? nennen; doch erscheint es im Hinblick auf 
die sehr verschiedenartige Beschaffenheit des Holzes zweckmäßig, bei dem bisher verwendeten Wert 
4 = 100 000 kg/cm? zu bleiben. Nur bei Buche wäre eine Erhöhung auf etwa 120 000 kg/cm? statthaft. 
Winkler und das Dinormblatt bringen für Nadel- wie für Laubholz 110 000 kg/cm? in Vorschlag. Bei 
Druck senkrecht zur Faser hat Baumann, was begreiflich erscheint, sehr viel niedrigere Werte (3000 
bis 6000) gefunden. 
4. Formänderung, Durchbiegung. Die elastische Formänderung der 
Stäbe beträgt wie beim Eisen etwa 0,06 vH. Die Formänderung infolge Wärme- 
schwankungen kann, da das Holz ein schlechter Wärmeleiter ist, unberücksichtigt 
bleiben; die für das Eisen so gefährlichen Zusatzspannungen kommen hier nicht in 
Frage. Bezüglich der Formänderung infolge Schwinderscheinungen sei bemerkt, 
daß die Laubhölzer (insbesondere Buche) stärker schwinden als die Nadelhölzer, 
daß die Schwindung in Richtung der Faser unberücksichtigt bleiben kann und daß 
das Schwindmaß senkrecht zur Faserrichtung etwa 5 vH beträgt (s. unter 6). Form- 
änderungen der Stabanschlüsse (Knotenpunktsverschiebungen) sind für gewöhnlich 
auf ein unsachgemäßes Dübeleinsetzen, bzw. eine Überanstrengung des Holzes senk- 
recht zur Faser oder ein Nichtnachziehen der Bolzen zurückzuführen. 
Der Grad der Durchbiegung ist für die Längenänderung der Gurte, weniger 
für die der Füllstäbe von Wichtigkeit. Bedeutungsvoll für die Biegsamkeit des Holzes 
st sein Wassergehalt. Durch Dämpfen des Holzes kann eine besondere Geschmeidig- 
geit und Biegsamkeit erzielt werden; durch Verwendung von Lehren, Einspannappa- 
-aten oder dgl. ist man in der Lage, beim Trocknen des Körpers die gewonnene 
Form festzuhalten (vgl. S. 24 und 84). 
Bei Probebelastungen der in den Abb. 671—679 veranschaulichten Brücken Tuchschererscher 
Bauart wurden Durchbiegungsergebnisse von noch nicht !/zooo bei den Bogenbindern von noch nicht 
‘000 festgestellt, während für die althergebrachten Zimmermannsbauweisen nach den Faustregeln der 
alten Baumeister die Gesamtdurchbiegung bei der Prüfung !/,,a der Stützweite nicht überschreiten sollte 
(Lewe im Bauing. 1921, S. 469.). 
Dinorm E 10582 (vgl. S. 333) enthalten folgende Bestimmungen: 
Die rechnerisch ermittelte Durchbiegung von Deckenbalken bei mehr als 7,0 m Stützweite darf !/;99 
der Stützweite nicht überschreiten. Beim Bau von Kleinwohnungen, deren Verkehrslast auf Grund be- 
sonderer Gestaltung ermäßigt worden ist, darf die rechnerisch ermittelte Durchbiegung von Deckenbalken, 
welche auf 2 Stützen ruhen, 1!/,,9 der Stützweite nicht überschreiten. Bei durchlaufenden Balken auf 3 
oder mehr Stützen darf sich eine Durchbiegung um höchstens !/,3, der Stützweite ergeben, wenn der be- 
creffende Balken bei der Berechnung als auf den Stützen unterbrochen angesehen wird. 
5. Dauerhaftigkeit. Diese richtet sich naturgemäß nicht nur nach den ver- 
schiedenen Holzarten, sondern auch danach, welchen äußeren Einflüssen das Holz 
unterworfen ist. Je nach der Beschaffenheit ist das Holz den verschiedensten Krank- 
1) Nach Rudeloff ist das Verhältnis der Elastizitätszahlen bei grünem, halbtrockenem und luft- 
trockenem Zustand 67 : 92 : 100.
	        
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