Full text: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Kreises Hamm (Stück 1)

  
  
GERÄTE UND ANDERE ALTERTÜMER. 
  
Die Spuren im Zusammenhange über- 
schauend dürfen wir den Gabelpunkt in die 
Gegend des Kötters Kemper und in westlicher 
Nähe der Warte, den Zug der durchgehenden 
Linien im Norden der. Heessener Chaussee ver- 
muten. ‚Auf den Feldern‘ neben dem abge- 
zweigten Wege ‚und in nahen Sandhügeln liegen, 
wie schon vor zwanzig Jahren geschrieben wurde, 
viele Scherben von antiken irdenen Gefässen, 
Nägel, Stücke von Eisen, Bronze u. s. w.‘ — und 
westlich davon sind später Urnen von ziemlich 
regulärer Form ausgegraben, wovon noch eine 
vorhanden sein soll. 
Das sind die dürftigen Ueberreste von Römer- 
strassen, die an Grossartigkeit und Dimension 
mit manchen Schienenwegen den Vergleich aus- 
hielten oder diese übertrafen. Eine solche Strasse 
bildeten ein hoher Mittel- und jederseits ein nie- 
derer Seiten-Wall, alle drei schön gewölbt, durch 
Innen- und Aussen-Gräben getrennt und ge- 
schüzt zugleich, in der Krone aus haltbarem 
Erdreich gebildet und wahrscheinlich mit Boh- 
len belegt. 
Die mittelalterlichen Grenzwallungen des 
Nordenstifts lassen wir vorerst unberücksichtigt, 
um nun, nachdem die Hauptstrassen gezeichnet 
sind, die Alterthümer näher in’s Auge zu fassen, 
deren wir recht lehrreiche von der Urbevölke- 
rung, den Germanen und den Römern nach- 
weisen können. 
Urk. d. J. 1490 bei Kindlinger, Münster. Beiträge zur deutschen Geschichte II, Nr. 211. — Ueber ‚Hellweg‘ U.-B. d. H. W. ID, 
Nr. 630, II, 931.; H. Böttger, a. a. O. S. 33. — Ueber die Wege und Grenzwälle, Hülsenbeck a. a. 0. 5—7; derselbe, Pader- 
borner Programm. 1871. 8. 25. — Seibertz, in der Zeitschr. für Westfalens Gesch. u. Alterthumskunde Jahrg. V, 98—104. — 
Schneider a. a. 0. V,6fl.; VIL 12 £.; IX, 14; XL Tf. 
Zeitschr. IV, 178. — L. Hölzermann, Lokal-Untersuchungen der Kriege der Römer und Franken sowie die Befestigungsmanieren 
der Germanen, Sachsen und des späteren Mittelalters betreffend. 1878. Uebersichtskarte B, Tafel V, VII, mit Landwehrprofilen 
und allerlei falschen Angaben. — Die Urne von terra sigillata ın Abbildung bei Fahne, die Herren und Freiherrn von Hövel I, 45. 
— Ueber die Teufelsküche H. Schulz, Zur Urgeschichte des deutschen Volksstammes. 1826. S. 25. — Ueber die Hünensagen an 
der Lenne u. s. w. A. Kuhn, Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen I, 136. — Ueber die Strassen zu Delwig und Lang- 
schede v. Steinen II, 769, 790, 805. — Ueber die Werner Brücke und den Freistuhl zu Heidemühle Tibus, Gründungsgeschichte 
der Stifter, Pfarrkirchen, Klöster und Kapellen im Bereiche des alten Bisthums Münster. 1867. I, 301, 641, 304. — Ueber die 
Linie Werl- Fröndenberg vel. Möller, Pfarrer von Elsei, Das Interessanteste aus seinem Nachlasse. Dortmund 1810. I, 133. — 
Ueber die angebliche (Römer-)Landwehr bei Niederaden Fahne, Zeitschr. d. Berg. Geschichtsvereins IV, 15, wo es noch heisst: 
„„Herringen war ein grosses Lager.‘‘ — Mittheilungen des Herrn Dr. W. v. d. Mark und des Herrn Hofrath Essellen zu Hamm, des 
Herrn Kaufmann A. Herdickerhof zu Unna, des Herrn Superintendenten Polscher in Lünern, der Herren Pastöre Bertelsmann in 
Camen, Buschmann in Frömern, Zur Nieden in Fröndenberg. — Lokal - Untersuchungen. 
—_ E. Hübner, Bonner Jahrb. 63, Taf. I. — Buschmann, Westf. 
Geräte und andere Altertümer. 
ie alten Wege haben auf die Fundstätten | 
der Altertümer geführt und sie werden | 
noch für die Zukunft hier wie anderwärts die 
Handweiser bleiben, wenn es gilt, durch Funde 
die Geschichte der Vorzeit und zumal jene 
Zustände aufzuhellen, wofür keine schriftlichen 
Geschichtsquellen fliessen. Wie Vieles im Laufe 
der Jahrhunderte durch Zufall oder Schatz- 
gräberei entdeckt, darauf veräussert oder zer- 
stört sein mag, kann ein Ueberblick der Funde 
unserer Zeit lehren, insofern deren manche ge- 
macht, aber der Fundstücke nur wenige gerettet 
und noch weniger wissenschaftlich ausgebeutet 
sind. Mit um so grösserer Hingebung wollen 
wir daher das Erhaltene verzeichnen vom klein- 
sten Geräte bis zu den wenigen Burgen hin, 
welche allein von allen Bauten mit ihren grossen 
Werken der gänzlichen Zerstörung widerstanden 
  
haben und uns einen Ersatz bieten für Stein- 
und andere Riesenmonumente, die wir seither 
vergeblich in unserem Kreise suchten. Am zahl- 
reichsten sind, freilich meist bruchstückweise, 
Waffen, Utensilien und Schmucksachen vertre- 
ten; sie haben grösstentheils nur geschichtlichen, 
selten ästhetischen Charakter. 
Im Bette des Lippestromes wurde eine Reihe 
von Gegenständen, über die wir Kunde geben, 
entdeckt, einige anscheinend zufällig, die meisten 
in den Jahren 1865/66, als man ihren Lauf 
behufs Anlage einer Steinbrücke für die Chaus- 
see von Camen nach Werne vergeraderte. Da 
förderte der Durchstich allerhand Reste der Vor- 
zeit, fossile, naturgeschichtliche und geschicht- 
liche zu Tage. Der Continent des Kreises lie- 
ferte andere Beiträge, so dass wir nun im Stande 
sind, dies Material, mit Ausscheidung des Natur- 
    
   
   
  
  
   
   
  
  
   
  
  
   
  
  
  
  
   
  
   
  
   
  
  
   
   
   
   
    
  
   
  
  
     
   
  
     
   
  
   
  
  
   
   
  
  
   
	        
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