XIL Teil: Der Weltkrieg,
Kann ihnen das nicht übelnehmen —, derselben Meinung, daß wir weiter-
zämpfen, Gut und Blut hergeben und zu Stahl werden müssen. Aber auch
ansere Gegner sind durch unser Friedensangebot in unangenehmster Weise
überrascht worden, und wir haben dadurch sicherlich Wasser auf die Mühlen
der auch dort vorhandenen Friedensfreunde getrieben. Nun haben die Entente-
brüder gemeinsam erwidert. Wenn wir uns einmal in die Lage eines Lloyd
George, Briand, Sonnino und wie sie alle heißen, setzen und eine Gegen-
note zu entwerfen ECZWUungen wären, so würden wir sicher einen solchen Blöd-
sinn, (Heiterkeit) — nehmen Sie mir das Wort nicht übel — nicht von uns ge-
geben haben. Man muß wirklich annehmen, daß Kriegspsychose die Gegner
alle befallen hat, daß sie eigentlich in eine Zwangsjacke gesteckt und dem
Irrenhaus überwiesen werden müßten. Ich habe keinen anderen Ausdruck
dafür. Unsere Feinde haben ohne Skrupel und Bedenken ihre räuberischen
Ziele, ihre ganze brutale Eroberungspolitik offenbart. Wir wissen jetzt genau
was wir vorher ja auch wußten, was aber die Neutralen nicht glauben
wollten — wohin die Fahrt geht. Jetzt gibt es auch für die letzteren keinen
Zweifel mehr daran, daß es tatsächlich die Eroberungssucht war, die unsere
Feinde in den Krieg getrieben hat. Wenn Sie nun noch dazu lesen, was
Lloyd George in der Guildhall gesprochen hat — da Konnte er ja das
Jiplomatenmäntelchen fallen lassen, da sprach er zu seinen Freunden, zu
seinem Volk —, so werden Sie genau erkennen, was er eigentlich gewollt hat,
and das werden hoffentlich auch die Neutralen in genügender Weise berück-
sichtigen.
„Ich weiß nicht,“ so sagte er, „wie hoch sich die Schuld am Ende des
Krieges belaufen wird. Aber ich wage die Prophezeiung, daß jeder Mehr-
vetrag sich in einen erheblichen Besitz für die realen Reichtümer der Nation
verwandeln wird.‘ Das heißt mit anderen Worten: Mit dem vielen Geld, das
Ihr Engländer jetzt im Kriege und für den Krieg ausgebt, werdet Ihr noch viel,
viel mehr Geld später hereinbekommen, Ihr werdet aus dem Krieg sichtbare
Vorteile ziehen, die englische Wirtschaft wird blühen und gedeihen wie nie
ZUVOr, wenn wir die Feinde totschlagen und die Freunde ruiniert haben. Lloyd
George hat aber vergessen,*daß ein noch berühmterer Landsmann von ihm,
nämlich Shakespeare, ein Wort; geprägt hat, das lautet: „Das Prophezeien
‚st die größte der menschlichen Torheiten!‘“ Ich hoffe zuversichtlich, daß der
Tor Lloyd George bald durch unsere Armee und noch mehr — denn nur so
können wir ihn treffen — durch unsere Marine davon überzeugt wird, daß er
eine große Torheit beging, als er so etwas aussprach.
Meine sehr verehrten Herren! Die N. oten sind gewechselt, der Aufruf an
Armee und Volk ist ergangen, und der Krieg ist in ein neues, hoffentlich letztes
Stadium eingetreten. Jeder in unserem Volk, ob alt oder jung, weiß jetzt,
um was es sich handelt. Um Sein oder Nichtsein unseres Vaterlandes, unseres
blühenden deutschen wirtschaftlichen Lebens und damit um die Existenz
eines jeden von uns, ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber. Unsere Aufgabe und
lie der Reichsregierung ist es. diese nun nicht mehr zu bestreitende Tatsache
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