Ben
_ ww DD» 5%
vo er SE
Das Wohnhaus. 123
kommen glatt aus einem harten Körper hergestellt werden, um Ver-
letzungen der Handflächen zu vermeiden. Sodann muß seine Form derart
beschaffen sein, daß große wie kleine Personen denselben bequem um-
greifen können.
Zumeist finden einfache Rundstangen mit abgeflachter Unterkante
Verwendung, dieselben entsprechen den genannten Anforderungen jedoch
schlecht, weil sie zur Darbietung eines ausreichenden Widerstandes so stark
gewählt werden müssen, daß sie für zartere Hände unbequem werden.
Querschnittsformen des Handläufers nach
Fig. 75a und 75b erfüllen beide Forder-
ungen in richtiger Weise.
Der unsymmetrischen Handform ent-
sprechen jedoch die in Fig. 75c und 75d
wiedergegebenen Läufer besser, sie bieten
kleinen wie großen Händen ausreichenden
Halt und fassen sich sehr bequem. Doch
müssen zu derartigen Querschnittsformen
die Hölzer vorsichtig ausgewählt werden,
weil bei unrichtiger Lage der Jahresringe
ein Bruch des oberen Teiles zu gewärtigen
ist. Da ein derartiges Ereignis stets nur
unter starkem Druck einzutreten pflegt, so
vermag es das Herabstürzen einer schwer
belasteten Person herbeizuführen.
An Stelle des harten Holzes Metall »
für die Handläufer zu wählen, ist wieder
nicht ratsam, weil die gute Wärmeleitung
des letzteren in der kalten Jahreszeit zu
Uebelständen führt. Nur in geheizten
Stiegenhäusern fällt dieser Einwand fort.
Fig. 75. Richtige Gestaltung
der Handläufer.
Die Handläufer müssen derart durch
das ganze Treppenhaus geführt werden, daß nirgends Vorsprünge
oder Absätze entstehen, weil man sich anderenfalls an letzteren an-
zustoßen oder sich Verletzungen zuzuziehen vermag. Auch die zur
Verhinderung des Abrutschens angeordneten Knöpfe werden nach
dieser Richtung als lästig empfunden. Sie sind jedoch das einzige
Mittel, Kindern jenes gefährliche Spiel zu verwehren, und können
daher zumeist nicht gut entbehrt werden.
Auf Prachttreppen findet man wohl an Stelle der Wandläufer
Seile verwendet, welche mit Sammet oder Plüsch überzogen sind.
Diese Einrichtung ist als eine gute nicht anzusehen: denn man
findet keine Stütze beim Abwärtssteigen und muß sich beim Aufwärts-
steigen emporziehen, statt sich am Handläufer zu heben. Auch sind
derartige Vorkehrungen arge Staubfänger und vermögen gerade an
dieser von allen Hausbewohnern vielfach berührten Stelle Bedenken
in Hinsicht auf Krankheitsübertragung zu erregen ?.
B. Die Feuersicherheit des Treppenhauses und der
Treppenläufe.
Jede Wohnung soll mindestens mit einer Treppe
verbunden sein, welche beim Ausbruch eines Schaden-
189