Full text: Die Grundzüge der Weltordnung

388 IL. Buch. Die geistige Welt. 
Vorgange die Freiheit ves Wesens gleich vem Verhältnisse der Summe der 
inneren einwirkenden zu der Summe aller einwirkenden Kräfte. Die inne- 
ren Kräfte sind diejenigen, welche ihren Sitz im Wesen haben ; alle Kräfte 
sind die inneren sammt den äußeren. Sei 3. B. die Summe der inneren 
Kräfte, gemessen durc< eine beliebige Maßeinheit, gleich 5, die der äußeren 
Kräfte, gemessen durch dieselbe Maßeinheit, gleich 3, so ist die Freiheit 
gleich MT 2 M 
4.3 8 
Vollständiger und bestimmter sagen wir: die Freiheit eines zusammen- 
gesezten Wesens, 3. B. einer Federuhr, bei der Bewegung eines ihrer 
Theile , z. B. eines Zeigers, wird durc< ein Verhältniß gemessen. Der 
erste Theil dieses Verhältnisses ist die Summe aller derjenigen Kräfte, 
welche die Mittleren aller auf jeden einzelnen Theil, also 3. B. jedes Rad, 
jede Feder u. s. w., einwirkenden inneren Kräfte auf jenen fraglichen Theil, 
also hier ven Zeiger, ausüben, und zwar die Summe genommen ohne 
Berücksichtigung der Nichtung, nach welcher diese Kraft eine Bewegung 
hervorzubringen strebt. Der zweite Theil des Verhältnisses. besteht aus 
zwei zusammenzuzählenden Gliedern. Das erste Glied ist die ebengenannte 
Summe. Das zweite Glied ist die Summe aller derjenigen Kräfte, welche 
die Mittleren aller auf jeden einzelnen Theil einwirkenden äußeren Kräfte 
durch die vermittelnden Theile auf jenen fraglichen Theil, also hier den 
Zeiger ausüben, und zwar die Summe wieder genommen ohne Berück- 
sichtigung der Richtung der Kräfte *). = Dieser Begriff wird durch die 
Anwendung auf den Willen und ein dabei ausgeführtes Zahlenbeispiel 
anschaulich werden. 
0  * Bei der Untersuchung des Wortes „Freiheit“ entsteht 
Ausdru>sweise. . . . ILE , ; . 
noh eine Frage: Cs wird dieß Wort nämlich in zweierlei 
Verbindung gebraucht, indem man die Freiheit sowohl auf den Gegenstand 
vder das Wesen, als auf den Vorgang bezieht. Man spricht von dem 
*) Ist € die Größe der Freiheit, welche ein Wesen bei der Bewegung seines 
Theiles T hat, und ist i die Kraft, mit welcher die Mittlere aller auf einen anderen 
Theil A. des Ganzen einwirkenden inneren Kräfte auf den Theil T wirkt, ohne 
Rücksicht auf das Zeichen dieser Kraft, ist Xi die Summe dieser von allen anderen 
Theilen A, B, €... ausgehenden Kräfte; ist ebenso a die Kraft, mit welcher die 
Mittlere aller auf A einwirkenden äußeren Kräfte auf T wirkt, wieder ohne Rück- 
sicht des Zeichens dieser Kraft, und ist Ta die Summe dieser von allen übrigen 
Theilen A, B, C.. . ausgehenden Kräfte, so ist 
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