Full text: Vorlesungen zur Einführung in die experimentelle Pädagogik und ihre psychologischen Grundlagen (1. Band)

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Vorwort. 
Wechsel meines Wirkungskreises wiederholt unterbrochen 
wurden. 
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Obgleich nun der gegenwärtige Stand der experimentell- 
pädagogischen Forschung mehr den Etappen kolonisatorischer 
Arbeit gleicht als einem wohlangebauten Kulturlande, so 
schien es mir doch wichtig, einmal die zahlreichen Einzel- 
untersuchungen, die direkt oder indirekt zur wissenschaft- 
lichen Grundlegung der Pädagogik beitragen können, zu 
sichten und das Wertvollste unter einheitlich durchgeführte 
pädagogische Gesichtspunkte zu bringen. Die Pädagogik 
ist gegenwärtig nach jahrhundertelanger Vernachlässigung 
endlich in das Stadium wissenschaftlicher Forschung 
getreten, das ist die Signatur der Pädagogik unserer Tage. 
Überblickt man die Geschichte unserer Wissenschaft, so muß 
man den Eindruck gewinnen, daß die wissenschaftliche Päda- 
gogik ein wahrhaft kümmerliches Schicksal gehabt hat. Ihre 
großen Vertreter waren — bei allem lebendigen, oft be- 
geisterten Interesse für das praktische Erziehungswerk — 
entweder Dilettanten und mit allen Mängeln der Selbstbildung 
behaftete Autodidakten, die nicht einmal das wissenschaft- 
liche Material ihrer Zeit beherrschten, oder wenn sich 
einmal ein Locke, Leibniz, Kant oder Fichte der Pädagogik 
annahmen, so beschränkte sich ihre Arbeit auf gelegentliche, 
meist mehr essayartige Behandlung. einzelner Erziehungs- 
fragen. Insbesondere blieb die eigentliche Didaktik fast 
immer das Werk wissenschaftlich ganz unzureichend gebil- 
deter Praktiker — wie uns jeder Blick auf die Geschichte 
der Methodik der einzelnen Lehrfächer zeigt. Die Fortschritte 
der Methodik gingen daher auch mit schneckenhafter Lang- 
samkeit vor sich, und selbst die einfachsten Erkenntnisse konn- 
ten sich oft erst in jahrhundertelangen Kämpfen gegen den 
Widerstand der am Alten und Gewohnten hängenden Gegner 
durchsetzen. Erst gegen das Ende des 18. und den Anfang
	        
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