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um auch größeren Tieren schwere Verwundungen zufügen zu
können. Die Jagdausübung mit Lanze und Keule erforderte
eine gemeinsame Tätigkeit, die bei großen und gefährlichen Tieren
noch mehr geboten war als bei der australischen Fauna. Wie
schwierig die Urwaldpferdjagd gewesen ist, geht schon daraus
hervor, daß dieser „grimme Schelch“ ein flüchtiges Waldtier gewesen
istt). Auch die Anlegung der Fallgruben und aus ihnen das Herauf-
holen der schweren Tierkörper war, ohne die Arbeit zu kombinieren,
nicht möglich. Je erfolgreicher die Jagd wurde, um so scheuer wurde
das Wild, dem daher die Jäger mit Frauen und Kindern in wenig
ausgenutzte Reviere nachziehen mußten. Wenn eine größere Zahl
von Horden in einem obwohl weiten Gebiete schon vorhanden
war, kam es entweder zu Kämpfen unter ihnen um den Raum oder
weiterhin zur Abgrenzung solcher Gebiete, welche eine normale
Ernährung zuließen. So war es in Australien.
Die Fluß- und Teichfischerei, welche der Sammeltätigkeit von
Wurzeln, Knollen, Krebsen ursprünglich nahegestanden haben
wird?), war anfangs eine individuelle Arbeit. Bei ihr konnte die
Kraft der Männer entbehrt werden, wenn es sich nicht um das
Aufspießen von großen Fischen mit der Lanze oder um das Har-
punenwerfen handelte. Möglich ist, daß später auch in Europa die
kleineren Flüsse durch Wehre abgedämmt oder daß am flachen
Meeresufer Ringwälle aufgeführt wurden wie in Westaustralien,
falls diese Steinzeitmenschen sich überhaupt am Meere aufgehalten
haben. Die Geringfügigkeit an bisherigen Funden würde bei der
die Ufer umgestaltenden Macht der Fluten nicht dagegensprechen?).
Die Fischerei mit solchen Vorrichtungen setzt wieder Arbeits-
gemeinsamkeit voraus, die von dem Jagdbetrieb übernommen
wurde. Aus Feuersteinfunden glaubt man den Anfang der Angel zu
erkennen. Die wirksame Form ist aber erst in Magdalenien nach-
gewiesen. Im ganzen wird man annehmen dürfen, daß im Aurignacien
die Fischerei kaum höher stand als die australische. In Tasmanien
fehlte sie noch ganz.
Von den Wohnungen der Menschen aus der frühen Stein-
zeit weiß man von den Funden her nur, daß Höhlen und über-
1) H. Heck, Hellabrunn, Das Tier und wir, Juli 1936. Später wurde das
Wildpferd als Feind der Ackerbauer und Viehzüchter ausgerottet.
2) Es werden heute noch mit der Hand Forellen gefangen, die in stillem Wasser
unter Uferhängen stehen.
3) Muschelhaufen der älteren Steinzeit werden von einigen Forschern zu-
gegeben, wenn auch die Kjökenmöddinger meist der jüngeren angehören.
Sartorius von Waltershausen, Gesellschaft und Wirtschaft. 3