Der vom Verfasser der ersten Auflage ausgesprochene Wunsch
hat sich erfüllt. Seine „Einführung in die Maxwellsche Theorie“
hat sich viele Freunde erworben und ist der Verbreitung der
Maxwellschen Ideen in Deutschland recht förderlich gewesen.
Die notwendig gewordene Neuauflage glaubte Herr Professor
A. Föppl nicht selbst übernehmen zu sollen. Seine Tätigkeit auf
dem Gebiete der technischen Mechanik hat ihn zu sehr von der
Beschäftigung mit der Elektrizitätstheorie abgezogen; dieses war
auch der Grund, daß der von ihm geplante zweite Teil des Werkes
nicht erschienen ist.
Der Aufforderung, die Bearbeitung der zweiten Auflage zu
übernehmen, leistete ich gern Folge. Denn ich bin der Über
zeugung, daß ein Buch von der Eigenart des Föpplschen auch
heute nicht entbehrlich ist. An dem weiteren Ausbau der Elektri
zitätstheorie selbst teilnehmend, hegte ich anderseits schon längst
die Absicht, dieser Theorie ein die Fortschritte des letzten Jahr
zehntes umfassendes Werk zu widmen. Dem vorliegenden ersten
Bande der „Theorie der Elektrizität“, der gleichzeitig die
umgearbeitete Neuauflage der „Einführung in die Maxwellsche
Theorie“ darstellt, beabsichtige ich demgemäß einen zweiten Band
folgen zu lassen, welcher die „Theorie der elektromag
netischen Strahlung“ behandeln soll. Ihm ist die atomistische
Weiterbildung der Maxwellschen Theorie Vorbehalten, die zur
Lorentzschen Elektronentheorie führt, ferner die ausführlichere und
strengere Theorie der Licht- und Wärmestrahlung, der Hertzschen
Schwingungen und der drahtlosen Telegraphie. Beide Bände zu
sammen sollen eine Übersicht über die wichtigsten Teile der
modernen Theorie der Elektrizität gehen.
Die Grundvorstellungen der Maxwellschen Theorie sind heute
wohl von allen produktiv arbeitenden Physikern angenommen.
Diese Vorstellungen bilden die Grundlage jeder Elektrizitäts
theorie. Der Kampf zwischen Nahewirkungstheorie und Fern
wirkungstheorie der Elektrodynamik ist entschieden. Heute steht
eine andere Frage zur Diskussion, nämlich die, ob die Weiter
bildung und Spezialisierung der Nahewirkungstheorie, welche die