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Wilhelm Wundt,
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durch eine andere schief liegende schneiden, so wird nun eine solche
schräge Gerade leicht perspectivisch gesehen, und zugleich bietet
jedes der Bilder A und B den Fall einer umkehrbaren Täuschung:
entweder wird der unten liegende Schenkel der schrägen Geraden nach
vorn von der Ebene der Verticalen oder Horizontalen und der oben
liegende Schenkel hinter dieser Ebene in den Raum sich erstreckend
gesehen, oder es wird umgekehrt der obere Schenkel vorn und der
untere hinten gesehen. Nicht selten wechselt während der Betrach
tung die eine Vorstellung mit der andern.
Denselben Effect können auch zwei einander durchkreuzende
schräge Linien, wie die in C gezeichneten, hervorbringen. Dabei er
streckt sich dann aber stets die perspeetivische Vorstellung auf beide
Linien zugleich: entweder erscheinen also die beiden unteren Schenkel
in dem Raum vor dem Durchkreuzungspunkt, die beiden oberen in
dem Raum hinter demselben, oder es liegen umgekehrt jene vorn
und diese hinten. Doch treten in diesem Fall die beiden perspec-
tivischen Vorstellungen etwas weniger leicht auf, als in den Fällen
A und B, wo die Beziehung zu der immer in der Ebene der Zeich
nung vorgestellten verticalen oder horizontalen Geraden eine sicherere
Orientirung für die Tiefenprojection zu bieten scheint als die blosse
Beziehung auf einen Punkt. Ueberdies ist in C die Projection in
sofern eine verwickeltere, als sie sich immer gleichzeitig auf zwei
Gerade, also auf die ganze durch diese Geraden bestimmte Ebene,
nicht bloss auf die Richtung einer einzigen geraden Linie bezieht. Mit
dem ersten dieser Momente, mit der Orientirung nach einer in der
Ebene der Zeichnung gedachten verticalen oder horizontalen Geraden
oder mindestens nach einem in ihr gedachten Punkte, hängt es wohl
auch zusammen, dass die Neigung zur perspectivischen Vorstellung
noch geringer wird, wenn man bloss, wie in D und E, in irgend
einer Richtung eine schräge Linie zieht. Immerhin kann auch diese
noch perspectivisch gesehen werden, und auch hier bleibt die Täu
schung eine umkehrbare: entweder erscheint das untere Ende der
Linie dem Beschauer zugekehrt, das obere von ihm weggewandt;
oder es kann das Umgekehrte eintreten. Allerdings ist in diesem
Fall noch deutlicher als bei den Figuren A, B und C, in denen sie
auch schon zu bemerken ist, die Tendenz vorwiegend, die nach
unten gekehrten Theile der Linie als die dem Beschauer näher