106 Galvanische Spannungsreihe.
1) Ist darauf zu sehen, daß die zu prüfenden Metalle dieselbe
Temperatur haben
2) Muß ihre, mit der Flüssigkeit in Berührung gewesene,
Oberfläche stets durch Abfeilen oder Abreiben oder sonst mechanische
Mittel vor jeder neuen Prüfung erneuert werden; da vorhergegan
gene Prüfungen die Beschaffenheit ihrer Oberfläche schon verändert
haben können. Wie wichtig, ja unerläßlich diese Vorsichtsmaßregel
sey, wird noch mehr aus dem Capitel, wo von der sogenannten
Ladung der Metalle die Rede seyn wird, erhellen.
3) Es ist, wenigstens bei den unedlen Metallen, daraus zu
sehen, daß die Metalle gleichzeitig in Berührung mit der Leirungs-
flüssigkeit kommen, da die Erfahrung gelehrt hat, daß das frühere
und spätere Eintauchen homogener Metalle an den Enden des Mul-
tiplicatordrahts für sich einen Aus schlag am Multiplicator bedingen
kann, von welchen Wirkungen ebenfalls in einem besondern Capi
tel die Rede seyn wird.
Ich habe die Resultate, welche die verschiedenen Beobachter
nach diesen Versahrungsarten über die elektrische Reihenfolge der
Metalle und einiger andern Körper erhalten haben, in nachfolgender
Tabelle zusammengestellt, welcher noch eine Beobachtungsreihe von
Walcker hier beigegeben ist, die mehrere Nichtleiter enthalt^.
(Hier folgt die Tabelle.)
* Ueber den Einfluß der Temperatnrunglcichhcit bei diesen Bcrsuchen vergl.
u. a. Walcker in Pogg. Ann. IV. 327.
** Pogg. An». IV. 444. Walcker verfuhr bei dieser Prüfung so: Auf
die mit dein einen Enddraht des Multiplikators verbundene Platin- oder Zink
platte legte er ein Stück Fließpapier, befeuchtete cs mit der leitenden Flüssigkeit,
streute den andern Erreger als Pulver (etwa in einer Oberfläche von Qu. Zoll)
darauf, befeuchtete ihn mit derselben Flüssigkeit, drückte ihn dann mittelst einer
dicken, in ihrer Mitte mit einem Loche versehenen, Glasplatte gegen die Unter
lage, und berührte ihn durch das Loch mit einem Drahte von demselben Metall,
welches die Unterlage bildete. Waren die Körper lose Pulver, so wurde ein
Stückchen Badeschwamm zwischen eine Platinpincette gespannt; diesen ließ man
mit der Leitnngsflüssigkcit sich vollsaugen und das zu prüfende Pulver sich
daran anhangen; worauf der Schwamm in einen mit der Flüss. gefüllten Platin-
löffel getaucht ward. Mitunter erschien cs vorthcilhaftcr, de» einen Draht mit
einer Lage der zu prüfenden Verbindungen zu überziehen und beide, den überzo
genen und den nicht überzogenen, Draht i» eine leitende Flüssigkeit, die nicht
lösend auf den Ucbcrzng wirken konnte, einzutauchen.