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Cap. III. Werkzeuge der mechanischen Rechnung.
einem Worte, die Maschine befähigt uns Multiplicationen auszuführen. —
Setzen wir den Stellhebel d und mit ihm die Kegelgetriebe an der Vier
kantachse um, so können wir Subtractionen und Divisionen vornehmen,
und das Alles mit einer Schnelligkeit und Sicherheit, welche auch der
beste Zahlenrechner nicht erreicht. Eine Mebenvorriclitung der Maschine,
welche jedoch in Fig. 21 fehlt, bringt dabei noch den Multiplicator und
beim Dividiren den Quotienten zum Vorschein. Auch die Stellung des
Kommas lässt sich durch Elfenbeinknöpfclien zwischen den Schaulöchern
angeben. Ist die Rechnung beendet, so sorgt der Auslöscher in einigen
Secunden dafür, dass sämmtliche Zifferblätter wieder auf Kuli zeigen.
Das ganze Instrument ist in ein Kästchen gefasst und nimmt bei ge
öffnetem Deckel auf dem Tisch nicht viel mehr Platz ein, als ein auf
geschlagener Foliant.
Fig. 21. Haupttheile der Rechenmaschine von Thomas.
Alle Rechnungen, welche sich aus den vier Species zusammensetzen,
liefert die Maschine rasch und genau. Ihre relativ höchste Leistung
entfaltet sie bei der Bildung einer Reihe von Producten, welche algebraisch
addirt werden sollen. Die Sicherheit der Resultate ist von nichts anderem
mehr abhängig, als von der Zuverlässigkeit der in die Rechnung ein
geführten Zahlenwertlie. Sind diese aus Messungen gewonnen, also nicht
absolut genau, so entwickelt das Arithmometer freilich eine Anzahl
Ziffern, welche als bedeutungslos schliesslich abgeworfen werden, gleich
wohl rechnet sie fast in allen Fällen schneller, als man es mit Loga
rithmen vermag. So kann eine Multiplication zweier sechsstelligen Zahlen
in 18 Secunden, die Division einer zwölfstelligen Zahl durch eine sechs
stellige in 24 Secunden ausgeführt werden.