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105 HACKENHELB — HACKERICHT
das graben und hacken macht schmale backen, improbi la-
hores vires exhauriunt, StieLErR 732; hacken macht schwielen.
das. diesen hopfen, weil er nicht gehackt, nennt man rasen-
>der grasehopfen, thut oft mehr und treget gröszere heupter,
ıls der andere, welcher viel-hackens und wartens bedarf,
ZOLERUS hausb. 2, 197.
HACKENHELB, m. für hackenhelm, sliel, griff der hacke:
wils (das weib) blewen mit dem hackenhelb,
dasz ir leib wird schwarz, blaw und gelb.
H. Sacas 4, 3, 12°.
ıelb für helm steht wie erbel für ermel (s. 3, 715), b für m
’egegnet zuweilen im bairischen. WEINnOoLD bair. gram. 131. wegen
ler bedeutung von helm vgl. dieses, ferner heib, und axthelm
„1047.
HACKENSCHAR, n. chenopodium bonus Henricus. NEMNICH,
x Schlesien lungwurz, alriplex caninus. FROMM. 4, 170,
HACKENSTÜCK, mn. "beim strumpfwirker dasjenige stück an
ınem sirumpfe, das am fusze die hacke oder ferse bekleidet,
ACOBSSON lechn. wb. 2,183”; beim schuhmacher das hinlerleder
les sliefels oder schuhes 260°, auch hackenleder genannt.
HACKEPFENNIG, m. abgabe für das hacken? in disen selben
linghof hörent drizehen mentage (vierfelhufen) ; zue winachten
ler git jeglicher achtzehen hackepfönninge. weisih. 4, 152;
ünfzehen hackepfönninge zue der liechtmäsz. 153.
HACKER, m. fossor, paslinator, sculptor, caelator STIELER 732;
jäcker Hreniscy 1718. in Ostfriesland wird hacker derjenige
jenannt, der die erde zum buchweizenbau mit einer hacke um-
‚eiszt. Jacopsson 6,6". gewöhnkch bildet das wort den zweiten
heil von compositen + Neischhacker, wursthacker, holzhacker;
vogelnamen sind baumhbacker (specht) , nuszhacker (sitl@ euro-
aea). — Die umgelautete form häcker (mhd. hecker Ben. 1, 607),
hab sich für gewöhnlich in verengter bedeutung festgesetzt und be-
zeichnet vorzüglich im süden Deutschlands den weinbergshacker,
winzer” anno McXXx] ward herzog Ludwig von Beyern von
»jnem häcker erschlagen. S. Frank chron, (1531) 186°; gott,
der du allen kindern deiner kirchen durch der heiligen pro-
pheten stim offenbaret hast, das du an allen örtern deiner
herrschaft der ausseer gutes samens und ein hecker der
auserweleten reben seiest. G. WıTtzeL psalt. eccles, (1550) 96°;
vie kan ihme der häcker oder winzer so künstlich mit
iem rebmesser schneiden. a. weiszheit lustg. 168; in der um-
zebung von Würzburg, wo die bevölkerung dicht, der grund-
besitz sehr zersplittert ist, und ein groszer theil der bevöl-
kerung sich durch den weinbau nährt, der selbst in guten
'aahren den fleisz des häckers nur müszig belohnt. Auasb, allg.
reilg., aug. 1866. s. häckersmann.
In Schlesien ist hacker für schlag, treff, hieb gebräuchlich
Fromm. 3, 413 n0. 502); das ist gleichsam eine personification des
chlages , ähnlich braucht man in Düringen (Rudolstadt) tapper
einer der zutappt) für schlagflusz.
HÄCKERCHEN, x. plur., die ersten zähne der kleinen kinder.
%e heiszen so, weil sie gewissermaszen das zahnfleisch durchstechen,
„gl. unten hecken in der bedeutung stechen , und dentire zähne
hecken DierFEnB., 173°; hückerlein denticuli infantium primi
misst STIELER, Frısca 1,392°; heckerlein, heckelein in der
)berpfalz. Scum. 2, 149.
HACKEREI, f. das auf einander los hacken (sp. 103), streit,
'wist, gezänk. STIELER 732.
HACKERICHT, adj. was höckericht, mit einem höcker versehen :
r (der welt) schöne farb ist gar verblichen,
st rostrig, schimlich, seiger, kamig .....
‚rumb, lam, beinbrüchig, hackrig, hinkend.
B. WaLDIs Esop 4. 100, 171;
was unrecht ist, das nent er recht,
was hackerich ist,*das heiszt er schlecht (eben).
d. pdpstl. reich BA4*;
näckericht gibbosus DıiEFENB. 262° zeigt die nebenform hoge-
vechtig, heverich, hoferich, hoffericht auf (hogrecht BonEr
‘delst. 76,7. 21), gerade wie ahd. hofar, ags. hofr gibber durch
lie mittelform hoger (edelst. das.) zum nhd. höcker tritt. auch
hd. hüöbel, nhd, hügel darf zu der verwandtschaft gezogen wer-
Ten, alles dieses leitet auf die wurzel hab, haf heben, die in
%nzelnen bildungen schwankend schwächung ihres vocals zu u und
übergang des schlieszenden consonanten in die gutturalreihe erfah-
ven hat, zunächst in die media g, die aber wenn sie doppelt ge-
jelzt war (eine form hoggericht, haggericht ist allerdings nicht
’elegt , aber nach dem obigen hoffericht wahrscheinlich) in ck
yusarlele, unter höcker wird darauf noch einmal zurück zu
sommen sein.
HACKERIN — HACKET 106
JACKERIN, f. foemina fodiens et scalpturiens. STIELER 732,
HÄCKERLING, m. klein gehacktes oder geschnittenes stroh. das
vort scheint ein neueres zu sein, vor dem ausgange des 16. jahrh.
‘ann es nicht belegt werden ; auch hat es wol ursprünglich in be-
chränktem örtlichen gebrauche gestanden , der gemeine mann in
;üddeutschland braucht es auch ‘heute noch nicht. für häckerling
ichiene ohne das eingeschobene r natürlicher hückling oder häcke-
ing als product der hacke, weil das stroh zu viehfuller früher
icht geschnitten, sondern gehackt ward (vgl. häcksel und hack-
troh); aber mit gleichem hinzugetretenen > nennt man heider-
ing den schwamm, der auf der heide wächst, agarius campestris ;
niß der nachsilbe -ling werden sonst die namen gewisser speisen,
ıamentlich schwämme, äpfel und kuchen gebildet (gramm. 3, 376.
62. 782). vom hexel oder heckerling. CoLErus hausb. 3,201
die vorrede ist von 1596); häckerling paleae ex fruyum culmis
;onsectae. STIELER 732; oder wenn meine frau die fässer ein
venig mit frischen hbrunnwasser wolte füllen lassen, es hätte
ıber ein schabernäckischer nachbar heckerling in den hrun-
ıen geschütt, dasz also die leute früh lauter heckerling im
er finden; würde mir disz nicht eine ehre sein? Car. Wsı1sE
zn. (1680) p. 187;
jene lief in die scheune, wo Thoms mit gewaltiger arbeit
häckerling schnitt. Voss Idyll. 16, 154,
ıäckerling dient vorzüglich als pferdefulter; dem pferde futter
nit häckerling mengen. StIELER 732; heckerling fressen. Car.
VEIsE erzn. 226; alles ist nützlich, meine herren, alles;
lornen und disteln, spreu und häckerling. WIELAND 8, 67;
äckerling und haber können nicht verschiedner von einan-
ler sein, mein gutes pferd. LEssınG 10, 211. da das worl ein
'olleclivum ist, so ist ein plural selten? heckerlinge zu. schneiden,
)LAUDIUS 7, 174,
In redensarten ist häckerling das sinnbild einer weniq werten,
(eringen: und leichten sache +
der mann, der das wenn und das aber erdacht,
hat sicher aus .häckerling gold schon gemacht.
BüRGER 67°.
ler mensch hat häckerling im kopfe (Serz 61) sagt man von
inem dummen, wie sonst er ist ein strohkopf.
häckerling wird gefallenen mädchen am hochzeitstage vor die
hür gestreut +
das kränzel reiszen die buben ihr
und häckerling streuen wir vor die thür, GöTHE 12, 188,
gl. unter haberfeldtreiben oben sp. 82.
STIELER 732 will häckerling auch in der bedeutung gehacktes
teisch oder gemüse kennen; das würde wie holländ. haksel sein,
las auch geschnittenes stroh und gehacktes fleisch bedeutet,
HÄCKERLINGSBANK, f. gerüst von holz, worauf häckerling
nit der fulterklinge geschnitten wird. öcon. lex. 983.
HÄCKERLINGSBODEN, m. boden zur aufbewahrung des
säckerlings. das.
HÄCKERLINGSLADE, f. was häckerlingsbank, aber mit be-
ug auf die ladenförmige gestalt des gerüstes zum häckerling-
chneiden +
Thoms antwortete drauf und stellte die häckerlingslad’ hin.
Voss Idyll. 16, 159.
HÄCKERLINGSSCHNEIDER, m. : bei groszen haushaltungen
nusz der hausknecht den .. heckerling schneiden, wo aber
lieser sonsten nöthiger gebraucht wird, pflegt man einen
esondern heckerlingsschneider oder futterschneider zu hal-
en, welcher gemeiniglich vor das schock stroh zu schnei-
ien, vierzehen bis sechzehen groschen zu lohne bekömmt.
icon. lex. 983. s. häckselschneider.
HACKERLOHN, m. merces quae caesori lignorum datur. FrRiscH
„391°.
HÄCKERN, verb. dentfire StıELER 732. das kind häckert, be-
'omml die ersten zähne, häufig in Düringen und dem Osterlande,
gl. häckerchen sp. 105.
HÄCKERSMANN, m. was häcker, winzer: wenn es nun ja
lazu kommt, so freut sich billig ein ausgeschaffter arbeiter
m geistlichen weinberg und sagt: gute nacht,
bestreut den sterbekittel mit tulpen, majoran,
schreibt meinen grabetittel- hier schläft ein heckersmann.
OrTayO 270.
HACKET, f. zeit der hacke, besonders der weinhacke: so es
‚ber in der hacket ist, so dann die von Malsch .. zu hacken
chuldig. Monge zeitschrift für geschichte des Oberrheins 3, 289
»on 1559). ın der Schweizer mundart hal das avort männliches