290 Ackerl: Infrarot-Photogrammetrie
Da die Plattenanlage am festen Rahmen in der Ebene B,
vorgesehen ist, wird auch die Infrarotplatte dort an-
gepreft, und es müssen daher auf ihr Streukreise ent-
stehen, an Stelle der nur in B,, auftretenden Bild-
punkte. Man muß aber auch erkennen, daß alle Punkte
der Dingebenen Gg, Gy, die mit sichtbaren Strahlen in
Bg bzw. By scharf abgebildet würden, nun durch
B, vr
|
| -
E |
denm |
|
|
|
M |
A
= J
Streukreise in der Ebene B, zur Darstellung kommen.
Die Durchmesser dieser Streukreise sind in Bild 4 für die
drei ausgewählten Bildebenen Bg,, B,,, By; angedeutet.
Ahnlich wie bei (15) für sichtbares Licht berechnet,
ergibt sich jetzt für infrarotes Licht mit den Bezeich-
nungen von Bild 4:
b, — bp, I bo, — bo by, — by
eH, = D — C0, — D = — i ep = D ;
or
,
bg,
(28)
Der Abstand des Markenrahmens vom Projektions-
zentrum ist durch b, gegeben, und ein Streukreisdurch-
messer von 0,01 mm soll als zulässig gelten. Mit dem
Blendenfaktor nm — 16 ergibt sich dann aus (22) für
sichtbares Licht mit F = 200 mm der Betrag b, —
200,16 mm. Die zugehorige Dingweite g, berechnet man
mit
>
go 7 Eby ; = 250 200 mm
b,— F
und die für infrarotes Licht zur Brennweite F4”
200,2 mm eintretenden Schnittweiten ergeben sich zu-
folge (13), nämlich
by, = F a = 200,20 mm;
bo, = FA ~ 200,36 mm;
go
: Fy? ; SF ant
bp, = Fa PF: 200,52 mm.
gi go
Durch Einsetzung dieser Beträge in (28) und Beachtung
der früheren Annahme D — 12,5 mm findet man
D
eH. = - & 0,008 mm, e,. — zz 0,013 mm,
H, 5005 ?r — 1002 m
ey. = —= = 0,023 mm.
, 20 (
Die für den Hintergrund eintretende Unschàárfe von 3u
ist etwa nur ein Viertel der bei sichtbarem Licht sich
ergebenden. An Stelle der mit sichtbarem Licht vllig
scharfen Abbildung der Ebene G, in der Rahmenebene
B, ist eine Unschürfe von 13,4 vorhanden. Alle Punkte
der Vordergrundebene Gy, die sich früher mit 10 y gleich
unscharf wie die Punkte der Hintergrundebene Gg in der
Rahmenebene abbildeten, sind nun mit Streukreisen von
23 u Durchmesser dargestellt.
Die hier mit Beispielen belegten Verhältnisse lassen er.
kennen, daB in der Tat eine Aufnahme auf infrarot.
empfindlicher Emulsion im Vergleich mit einer auf ortho-
oder panchromatischem Material keine Schärfenunter-
schiede zeigt. Solche könnten nur bei einer sehr genauen
mikroskopischen Untersuchung festgestellt werden.
Damit wäre der eingangs ersterwähnte Fall behandelt,
daß bei Benutzung einer älteren Meßkammer Infrarot-
meßbilder befriedigend scharf ausfallen.
Dieser günstigen Möglichkeit gegenüber steht freilich
recht oft die mangelhafte Schärfe bei Kammertypen mit
großer Fokusdifferenz, als Folge der für den betreffenden
Fall ungünstigen optischen Eigenschaften der ver-
wendeten Gläser.
Ausgangspunkt aller Überlegungen, betreffend die Môg-
lichkeit, Aufnahmen mit Meßkammern auf infrarot-
empfindlichen Schichten herzustellen, ist die Ent.
scheidung über Schärfe oder Unschärfe der Ab-
bildung. Wir wollen jene Kriterien und Mittel betrachten,
die es erlauben, das verlangte Urteil zu fällen. Es kann
dabei wohl auf eine in letzter Zeit ausgebildete, recht
bedeutungsvolle Verfeinerung des Begriffes ,,Schürfe"
hingewiesen werden. Die Kriterien zu dieser strengeren
Festlegung bzw. Neuformulierung des Schärfenbegriffes
sind von der Amateurseite her entwickelt worden. Dort
soll oftmals die aus rein. künstlerischen Gründen gewollte
Unschürfe mit optiseh wirkenden Mitteln .oder durch
Benutzung optischer Gesetze auf einem Emulsions-
material erzeugt werden, von dem man a priori „größte
Schürfe** verlangt, weil die Mehrzahl aller Fülle (z. B. der
Amateur-Landschaftsphotographie) diese Forderung stellt.
Im Bereich der Photogrammetrie ist „größte Schärfe“
selbstverstándlich, und man ist gewohnt, den Ausdruck
»gestochen scharf' als Kennzeichnung eines Bildes zu
gebrauchen, das alle Wünsche hinsichtlich Schärfe er-
füllt.
Untersuchungen [11] des Leiters des Wissenschaftlich-
Photographischen Laboratoriums der Agfa, Leverkusen,
haben nun erwiesen, daß die bis vor kurzem bestandene
Auffassung über den Begriff ,,Schürfe'* einer recht ein-
schneidenden Verbesserung bedarf. Bisher war — und ist
meist noch die Meinung verbreitet, dai von einer
feinstkórnigen Emulsion auch das Maximum an Schärfe-
leistung gegeben werde. Dies ist nicht richtig; die Fein-
kôrnigkeit ist kein Maß für Schärfe, da es sehr feinkôrnige
Emulsionen gibt, die in der Schärfeleistung von grôber-
kôrnigen Emulsionen übertroffen werden.
Als objektives Kriterium für die Schärfeleistung galt
bisher das sogenannte ,,Auflósungsvermógen'', das mit
seiner Angabe der innerhalb eines Millimeters erfaften
Anzahl von Linien nicht nur leicht vorstellbar ist, sondern
auch als Maß für den Vergleich verschiedener Emulsionen
besonders tauglich erscheint. Es hat sich aber gezeigt,
daß die Objektivität dieser Angabe nur scheinbar
[11] Frieser, H.: Photograph. Korrespondenz 1955 Nr. 5 S. 69.
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