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Allgemeinſtörungen beſtehen. Behandlung: Aus-
fegen oder wenigſtens Herabjegen der Schlempefüt-
terung von 801 pro Tag auf 20—401 und entſpre-
chende Zugabe von Heu und Kraftfutter, ferner ört:
liche Behandlung des Ausſchlags. Da die S. nach
Verfütterung von Getreide! empe und von Ge-
miſchen von Getreide- mit Kartoffelſhlempe nicht
eintritt, empfiehlt ſih als Vorbeugemittel gegen die
S. au) das Sabe der Kartoffeln mit Mais
oder einer andern Getreideart. — Vgl. Johne, liber
die Urſachen der Mauke oder ©. (Dresd. 1878).
Schlenge, joviel wie Bubne (j. d.).
Schlenferbohren, eine vorteilhafte, beſonders
bei den ital. Öejteinsarbeitern beliebte Methode des
Handbohrens, wobei mit einem Ihweren Fäuſtel
auf ven aufwärts gerichteten Bohrer geſchlagen wird.
Schlenther, Baul, Schriftiteller, |. Bd. 17.
Schleppameifen, i. \. Bilzgärten (Bd. 17).
Schleppbahnen, Bahnen für nichtöffentlichen
Verkehr in Öfterreich-Ungarn.
Schlepper, SQleppdampfer, Bugſier-
boot, Remorqueur, ein Dampfſchiff mit beſon-
ders ſtarker Maſchine, das die Beſtimmung hat,
andere (beſonders Segel- )Schiffe gegen den Strom,
oder bei Windſtille, oder wenn ſie Haverei erlitten
haben, in den Hafen zu ſchleppen. Die dabei be:
nußten Schlepp- oder Bugſiertaue werden zur
beſſern Haltbarkeit gegenwärtig faſt ſämtlich aus
Eiſen- oder Stahldraht gefertigt.
Schleppe, i in der Jägerſprache, \
Schlepper, ein Bergmann (}. A
Schlepper, Wintelmakler, j. Makler
Schleppfoppel, | . Seitengewehr,
Schleppnek Zugnes, jedes Neb, das ſo
auf dem Grunde des Waſſers gezogen wird, daß der
untere Rand ſeiner Öffnung hart über dem Boden
hingeht oder, wenn dieſer weich iſt, in denſelben ein-
greift. Es dient alſo zum Fange von unmittelbar
am Boden lebenden Tieren. Von den verſchiedenen
Arten des S. findet die Wade (\. Nebfiſcherei und
Tafel: Negfiicherei II, Fig. 2), beſonders in um:
mittelbarer Nähe des Uſers L V verwendung und hat
bisweilen ſo rieſenhaſte Dimenſionen, daß große
Buchten des Meers damit eingeich (offen werden
können, und daß beim Betriebe Dampf: oder Pferde-
kraft zu Hilfe genommen werden muß. Das größte,
bei der Hochſeefif cherei angewendete S. iſt die Kurre
(1. d.), die in zwei Formen, als Baumſ\<hleppneß
(\. d.) und als Scherbretterneß (j. d., Bd. 17),
Verwendung findet. S. im engern Sinne (Dredge)
heißt das bei wiſſenſchaftlich en Meeresunterſuchun-
gen, namentlich Tiefſ ſeeforſhungen gebräuchliche Ne
(1. Zafel: Tiefjeeforihung, Fig. 5), welches zum
Heraufholen E Proben des Meeresbodens mit
ſeinen Bewhnern dient. Es beſteht aus einem
dreiedigen oder länglich re<te>igen Metallrahmen,
deſſen lange Seiten breite, ſchneidende Kanten haben,
die in den Meeresgrund eingreifen. Der in dem
Rahmen befeſtigte Nebbeutel beſteht meiſtens aus
einem jehr engmajchigen Nebzeuge, das zum Schuße
außen von einem weitmaſchigen Neß umgeben iſt.
An den Enden des Neßes find gewöhnlich Quaſten
aus Hanf befeſtigt, an die ſich kleinere, am Grunde
lebende Seetiere anflammern. >. muß für
. Geſchlepp.
Das ©.
größere : Tiefen Kay beſchwert ſein; ſein Auswerfen
und Einholen iſt ſehr beſchwerlich und muß mit Hilfe
einer ein. aus e vt werden.
Schleppſchacht, fallender (
| Aus\chhluß des ı
| Elſter im W.
| ein nordöftl. Bergſyſtem
Stollen, ein in |
Ichräger Kichtung (mit Gefäll e) geführterMinengang. | landes
Schlenge — Schleſien (Preußiſch-)
Schleppſchiffahrt, der von Schleppern (f. d.)
ausgeführte Betrieb; in Flüſſen und Kanälen be-
ſteht jeßt faſt nur noch Kettenſchleppſchiffahrt (\. d.),
während die ©. auf See, vor Hafeneingängen und
in den Flußmündungen dur<h Schraubendampfer
ausgeführt wird. Jn den großen Seehäfen beitehen
Needereien, die fich lediglich mit der S. befaſſen. Der
gewerbsmäßige Betrieb der S. macht nah D a
Hanvel3gejeßb. $. 1, Nr. 5 zum Kaufmann (i. d.),
Schleppfeil, |. Seilebenen.
Schlepptau, |. Schlepper.
Schleppung, im Bergbau, |. Scharen.
Schleppiuagen, Artilleriefahrzeuge zum Fort:
bewegen ſ{<werſter Laſten, beſonders von Geſchüy
rohren (bis 6000 kg) auf kurze Entfernungen.
Schleppweichen, f. Eiſenbahnbau.
BDISDUOEHOFRSIERDENE, Skhleppzieb:
bank, S. Draht.
Schlern, Bergſtock in den Südtiroler Dolomit:
alpen (}. Oſtalpen D, 16), der im Alt-( Schlern oder
Peb (2561 m) fulminiert; andere Gipfel ſind der
Jung-Schlern (2386 m) und der Burgſtall (2310 m).
Der Berg, auf deſſen Plateau ſih das Schl lernhaus
(2460 m) des Alpenvereins befindet, wird am beſten
von Bad Rages aus beſtiegen und bietet eine wunder-
volle Ausſicht. — Vgl. Jul. von Siegl, Panorama
Do ©. (Wien 1887); Simon, Karte de3 ©. und der
RT (ki 25000, Münch. 1899).
<leſien, ein ehemals zur Krone Böhmen ge:
LS Herzogtum, wird geographiſch in Dber- E
Niederſchleſien , politiſh aber in Preußiſh-S
ſien und Öſterreichiſ ch: Spfeften geteilt,
L. Preußiſh-Schleſien, Provinz im preuß. Staate,
umfaßt das Gebiet des preuß. Herzogtums S., mit
1815 dem Reg. Y Frankfurt ein-
verleibten Kreiſes Schwiebus, dagegen mit Ein-
\{luß der Grafſchaſt Glaz, einiger böhm. Enklaven,
VE E an Sachſen an Preuß ben gekommenen
Anteils Oberlauſit und eines kleinen Teils des
ehemals u Kreis fen gehörigen Gebietes der
Neumark, beſtehend aus der Stadt Rothenburg a. ©
und einigen Dörfern. Die Provinz grenzt im N.
an die preuß. Provinzen Brandenburg und Poſen,
im O O. an Poſ ſen, Ruſſiſh-Polen und Galizien, im
. an Öſterreichiſh-Schleſien, Mähren und Böh-
men, im W. an Böhmen und Sachſen (Königreich
und ‘Provinz) und hat einen Flächenraum von
40319,19 gkm. (Hierzu Karte: Schleſien.) Als
S. an Preußen kam, unterſchied man: 1) Nieder:
\<leſien oder die ‘ſog. neun alten Fürſtentümer
Ra Sagan, Sauer, Liegnis, Wohlau, Schweid-
nis, Breslau, Öls und Brieg nebſt den Standesherr-
ſchaften ‘ Trachenberg, Beuthen, Carolath, Warten
berg, Militſch und Gojchüß; 9) Oberſ \<leſien oder
die Fürſtentümer Münſterberg, Neiſſe, Oppeln, Ra-
tou und Teile der Fürſtentümer Bieliß, Teſchen,
Troppau Und Jägerndorf, ſowie die Standesherr-
ihaften Pleß und Beuthen (ungefähr der jeßige Reg.-
Bez. Oppeln); 3) die Grafſchaft Gla (\. d.)
Oberflächengeſtaltung. Die Provinz beſteht aus
Bergland und Flachland. Das Bergland umfaßt
die Kleinere Hälfte und wird ‘durch eine mo ; Thal:
jenfung, das ichlef, Längenthal, welches die Pro-
vinz in der ehr Länge von dem Urf ſprung der
Malapane im D. bis zum Austritt der ne
durch; iebt, in ein jüdmeltl. und
geſchieden. Die nördl.
des ſüdweſtlichen, ſog. Schleſiſhen Berg-
bezeichnet etwa die Linie, welche Niesky
Grenze