Full text: Elektrochemie (2. Teil, 4. Buch)

Il. Kapitel. 
Primär-Elemente. 
14. Begriff und Eintheilung. 
Man versteht unter Primärelementen solche Vorrichtungen, welche 
dazu dienen, ruhende, potentielle Energie in dynamische, elektrische 
umzuwandeln. Die potentielle Energie kann sowohl Chemische, als auch 
Wärme-Energie sein. Während diese Stromerzeuger früher die einzigen 
Stromquellen waren, sind sie heute im Großbetrieb völlig von den Dy- 
namomaschinen verdrängt, deren stromerzeugende Wirkung auf dem 
Grundsatze der elektrischen Induktion beruht. (I. Th. 1. B. S. 61.) 
Man theilt die Primärelemente in folgende Gruppen : 
I. Eigentliche galvanische Elemente. 
II. Elemente, welche Elektrieität unmittelbar aus Kohle erzeugen. 
Ill. Gasbatterien. 
IV. Thermoelemente. 
I. Eigentliche galvanische Elemente. 
15. Grundlegende Erscheinungen. 
Diese Elemente beruhen auf folgenden ehemischen und physika- 
lischen Erscheinungen. Wird eine Metallplatte in eine Flüssigkeit ge- 
taucht, dann tritt an der Platte eine elektromotorische Kraft auf, welche 
unabhängig ist von der Größe der Platte; diese hat nur einen Einfluss 
auf den inneren Widerstand des Elementes, hängt dagegen von der Be- 
schaffenheit des Metalles und der Flüssigkeit ab. Denken wir uns als 
verwendete Flüssigkeit verdünnte Schwefelsäure, dann kann man eine 
Reihe verschiedener Materialien aufstellen, von denen jedes in der Reihe 
vorangehende eine größere elektromotorische Kraft entwickelt als das 
tolgende. Diese Reihe lautet: Zink, Eisen, Zinn, Blei, Aluminium, Nickel, 
Wismut, Kupfer, Silber, Platin, Kohle. Man kann natürlich für jede 
andere verwendete Flüssigkeit eine ebensolche Reihe aufstellen. Werden 
zwei gleiche Platten in die Flüssigkeit getaucht, dann heben sich die 
beiden an ihnen erzeugten elektromotorischen Kräfte auf. Taucht man 
jedoch zwei Platten aus versehiedenem Material in die Flüssiekeit. z. B. 
eine Zink- und eine Kupferplatte, dann erhalten die beiden Platten ver- 
schiedenes Potential. Verbindet man nun die beiden Platten mit einem 
Draht, dann entsteht ein geschlossener Kreis von elektrischen Leitern, 
in welchem beständig ein galvanischer Strom fließt, nachdem ja auch 
beständig die Potentialdifferenz der beiden Platten erneuert wird. Die 
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