328 Luckau (Geſchichkliche Einleitung).
Luckau.
1867 betrug die Einwohnerzahl 5027, bis zum Jahre 1871 ſank ſie auf 4917
(in 502 Wohngebäuden), in der Folgezeit bis auf unter 4000 Seelen, und erſt in
den leßten Jahren ſtieg ſie wieder um ein geringes. 41913 zählte man 4216 Ein-
wohner (in etwa 560 Häuſern). Der Flächeninhalt der Gemarkung beläuft fich auf
2197 ha, dazu fommt die Stadtforft im Nordoſten des Kreiſes nahe Lübben.
Archivalien. Quellen.
Das Archiv im Rathaus, eines der reichhaltigſten der Niederlauſiß, enthält: a) etwa 400 Ur-
kunden aus der Zeit von 1290 bis 1801; vgl. die faſt lü>enloſen, grundlegenden Regeſten von Hille,
46. Band des Neuen Lauſiß. Magazins (Görliß 1869), ſowie auch Worbs Inventarium diplomaticum
Lusatiae inferioris (Lübben 1834). b) Steuerregiſter von 1520 an (mit den Namen der Bürger),
Rechnungsbücher des Rats von 1601 an. c) Stadtbücher, das älteſte 1570 angelegt und nachträglich
zuſammengebunden (auf dem Einband die Jahreszahl 1534), enthaltend u. a. „Acta und Handelungen aller
bürgerlichen Sachen“; darunter ausführliche, in annaliſtiſcher Form gehaltene Eintragungen über den Kirch-
bau nach 1656, ferner über den Bau des vorderſten Rathausgiebels 1695. d) Akten aus dem 18. und
19, Jahrh., betreffend u. a. die Ratsdörfer.
Pfarre: Die Brände haben ſo verheerend gewirkt, daß die älteſten Kirchenbücher, hauptſächlich mit
Eintragungen über Taufen u. ſ. f., erſt nah dem dreißigjährigen Kriege beginnen; vgl. Synodalbericht von
Superintendent Cordes 1913.
Landvratsamt: Alte Landkarten u. ſ. f. ; vergl. Allgemeine geſchichtliche Einleitung.
Im Hanptflaatsarchiv zu Dresden und im Geheimen Staatsarchiv zu Berlin liegen etwa
30 Urkunden, vornehmlich aus dem 14. und 15. Jahrh.; nah Berlin wurden ferner 1912 aus dem
Regierunggarchiv zu Frankfurt Verwaltungsakten, hauptſächlich aus dem 18. Jahrh. abgeliefert; Akten des
Niederlanfisifchen Konſiſtoriums zu Lübben entſtammen derſelben Zeit.
In Prag, Statthaltereiarchiv, Luckauer Copiar (Lehnbriefe für Bürger, 14. bis 16. Jahrhundert).
Vgl. endlich Chronik von Vetter-Peterſen (S. 142) über die Paſſeriniſchen Urkunden, die von
Neumann 1854 der Geſellſchaft der Wiſſenſchaften zu Görliß geſchenkt wurden (Lauſ. Mag., Bd. 31, S. 44).
Likerakur.
Die Urkunden wurden noh niht im Zuſammenhang veröffentlicht, ſind daher in verſchiedenen
Werken zuſammenzuſuchen, z. B. bei Ludewig, Reliquiae Manuscriptorum (1720): Urk. vom 29. Jan.
1276; Wilke, Ticemannus (1754): Urk. aus der Zeit um 1300 G.B. von 1281 betr. Marien- und
Nikolaikirche); Riedel Codex diplomaticus Brandenburgensis: Urf. beſonders aus dem 14. und 15. Jahrh.,
in den 6 Bänden der zweiten Abteilung (zitiert B. 1. u. \. f.). Ferner bietet Lippert („Wettiner und
Wittelsbacher ſowie die Niederlauſiß im XIV. Jahrh.“, 1894) muſtergültige Abdrücke, z. B. der Urk. vom
12. Jan. 1341. Die Beziehungen zu den Eulenburgs beleuchten Urkunden, z. B. vom 24. Febr. 1366, bei
v. Mülverſtedt, Diplomatatium lleburgense (1877), 1. Teil.
Berichte von Zeitgenoſſen über die Stadt liegen aus dem Mittelalter niht vor. Dex Pirnaer
Mönch berichtete um 1530 nur ſehr kurz über „Lucko“ (Lauſißer Magazin, Bd. XX, 1842), ebenſo wie
Chriſtian Bertholds „Kleine Keiſer Chronica“ (Lübben 1573).
Über ein Jahrhundert verging, bis dann Grünwald in ſeinem 1696 anonym erſchienenen Büchlein
„Kurze Fragen aus der Geographie der Markgrafentümer“ die „gute“ Stadt ſchilderte; ihre Verfaſſung
erläuterte 1714 Samuel Groſſer în feinen Lauſiziſchen Merkwürdigkeiten (4 Teile), beſonders 111, 86.
Ferner ſeien auch Friedrich Matha, „Lubena olim magna“ (Lübben 1717) und Chriſtian Gerber „Die
Wohltaten Gottes in Ober- und Niederlauſißz“ (Dresden 1720) genannt. Eine Abbildung der Stadt bieten
die Destinata Literaria et Fragmenta Lusatica von 1738 (Lübben) S. 610.