Full text: Vorlesungen über Thermodynamik

   
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Würmemenge 35 
unendlich vielfach verschiedenen Fülle erhàlt man als Gesamt- 
zahl der zugeführten Kalorien eine andere Größe (vgl. die im 
§ 77 ausgeführte Berechnung von Q), so daß man in diesem 
Sinne gar nicht von einer bestimmten Wärmemenge reden kann, 
die der Körper aufzunehmen hat, um aus dem alten Zustand 
in den neuen zu kommen. Will man also die „gesamte in 
einem Körper enthaltene Wärme“ als eine bestimmte Größe 
in die Betrachtung einführen. (wie das z. B. in der kinetischen 
Wärmetheorie geschieht, wo die in einem Körper enthaltene 
Wärme als die lebendige Kraft seiner inneren Bewegungen 
aufgefaßt wird), so hat man dieselbe jedenfalls anders zu 
definieren als durch die Summation der dem Körper zugeführten 
Wärmemengen. Wir werden aber im folgenden dieses Be- 
griffes gar nicht bedürfen und daher auch keine derartige 
Definition versuchen. 
§ 52. Im Gegensatz zu der soeben geschilderten Sachlage 
mußte die ältere CARgNorsche Theorie der Wärme, die von der 
Auffassung der Wärme als eines unzerstörbaren Stoffes ausging, 
mit Notwendigkeit zu der Folgerung kommen, daß die in einem 
Körper enthaltene Wärme lediglich bedingt ist durch die Zahl 
der von außen aufgenommenen oder nach außen abgegebenen 
Kalorien. Wird daher ein Körper auf andere Weise als durch 
Zuleitung von Wärme, z. B. durch Kompression oder durch 
Reibung, erwàrmt, so blieb nach jener Theorie die im Korper 
enthaltene Wärme durch einen solchen Vorgang ganz ungeàndert, 
und da doch tatsächlich eine höhere Temperatur entsteht, so 
war nur die Annahme übrig, daß die Wärmekapazität eines 
Körpers sich durch Kompression oder Reibung derartig ver- 
kleinert, daß die nämliche Wärme in ihm eine bedeutend höhere 
Temperatur hervorruft, ähnlich wie ein angefeuchteter Schwamm 
durch Kompression noch feuchter erscheint, obwohl die Menge 
der aufgesogenen Flüssigkeit dieselbe geblieben ist. Doch schon 
Rumrorp und Davy bewiesen durch direkte Versuche, daß 
geriebene Körper, in denen man doch durch gehôrigen Auf- 
wand von Arbeit beliebig viel. Wärme erzeugen kann, bei nach- 
traglicher Untersuchung nicht die geringste Änderung ihrer 
Wärmekapazität zeigen. Auch hat zuerst REGNAULT durch 
genaue Messungen festgestellt, daß die Wärmekapazität von 
Gasen gar nicht oder nur sehr wenig vom Volumen abhängt, 
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