Full text: Kurzgefaßte Droguerie-Waarenkunde, oder Beschreibung aller in das Fach des Droguen-Geschäfts einschlagenden, sowohl im natürlichen Zustande vorkommende, als auch auf dem Wege der Kunst bereiteten Waaren-Artikel,

Pfifferling == Phosphor. 181 
1d man Der weiße Pfifferling wächst in Waldungen, in der Nähe der 
zeremnt Eichen, ist weiß und enthält brennenden Milchsaft... . 
. Der gelbe, der ebenfalls in Waldungen wächst, ist bottergelb und 
n, zähe, wohlriechend, und enthält einen weißen Milchsaft, der scharf und pfef- 
ig aber ferartig sc<meckt. 
Für den Handel brings man beide Gattungen theils getroEnet, 
8 Bren- theils in Efsig eingelegt. 
daß sie, IE 
Pflaumen =-- Prupa Damascena.. . Dieselben. kommen 
ipaut) von Prunus domestica. Linn. und man bereitet aus denselben im 
Ene frischen Zustande das Mus (Pulpa Prunorum). Da diese Früchte 
EEE allgemein bekanzt, sind, so. ist hier eine Abhandlung darüber entbehrlich. 
schmad Phosphor -- Phosphorus. Hierunter versteht man eine 
md hat einfache , zähe, halbdur<hscheinende Substanz, von widerlihem und 
Jie Des scharfen Geschmack, welche die Eigenschaft hat, daß sie an dunklen Or- 
1m Sa- ten leuchtet und bei mittler Temperatur einen weißen, leuchtenden 
Dampf verbreitet, der nach Knoblauch riecht. 
THG= Sovald man die Masse reibt, schmilzt sie und entzündet sich durch 
PIP ? Fortseßung der Reibung mit lebhafter Flamme. 
lich in Auflöslich ist der Phos8phor im Schwefelalkohol und in 
auch in fetten und ätherischen Oelen, weniger im absolutem Alkohol und gar 
Mentha nicht auflöslich im Wasser. ; 
Wenn er im. Wasserstoffgas geldst worden, fo bildet er das sich 
bt, am von» selbst entzündende Phosphorwasserstoffgas und durch seine Verei- 
ven auf nigung mit vielen Metallen bilden sich die Phosphormetalle. 
tes ist Indeß bringt nicht die Natur den reinen Phosphor hervor, son» 
irzhaft, dera man bereitet ihn künstlich in den <emischen Fabriken, und zwar 
durch tro>ene Destillation der Phosphorsäure, die- mit Kohlen ge- 
€, wel: Mischt ist. = 
Menge Nas aber die Phosphorsäure (Acidum phosphoricum)-. selbst 
, hängt betrifft, so ist sie im Zustande der Verbindung ein Produkt der Miz 
nd dem schang aus 4 Theil Phosphor und 2% Theilen Sauerstoff und wird 
ebenfalls auf dem Wege der Kunst aus den Knochen der Shiere durch 
Schwefelsäure oder unmittelbar aus dem Phosphor selbst gewonnen, 
chi derselbe in atmosphärischer Luft oder im Sauerstoffgas verbrannt 
wird. 
Im Handel kommt ver Phosphor in dünnen Stangen, in Gläs 
„... sern verschlossen, vor, und wird, lange im Wasser aufbewahrt, auf dex 
viridis Oberfläche mit.weißem Oxyd bede>t und dadurch undurchsichtig. 
ur sehr Der reine. Phosphor muß eine hellgelbe Farbe, die aber nicht 
ächern, in's Orangengelbe- spielen darf, besigenz3 entdec>t man die lektgenannte 
tellose, Farbe in dem Innern, so enthält sie Kohle und fehlt ihm die Zähige 
er M. Feit, so befindet. sich Schwefel darin und ex ist dann niht gul... 
(ich die Auch der sich verrathende Rückstand, in der Luft befindlich, zeigt 
fremdartige Beimischung. 
diesem Die reine, wasserfreie Phosphorsäure muß fest, farbenlos, geruchs: 
ende 2 los, durchsichtig, feuerbeständig, leicht schmelz- und verglasbar *), und 
die Säure des Geshmac>s nur mäßig seyn- 
1 Me- 1) Daher man sie auch glasige Phosphorsäure oder Phosphorglas 
genannt hat.
	        
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