700 Raabé — Rad,
1908: 546 467 Köpfe (+ 11354), wobei Geburten und |
Heiraten eine Zunahme von 14542 gegen 14019 er- |
gaben. Bedeutend ijt noch immer das Übergewicht der |
männlichen Bevölkerung, beſonders bei den Chineſen; |
298040 Männer gegenüber 248 427 weiblichen Per- |
ſonen; auch bei den Weißen war dasſelbe Verhältnis:
281370 gegenüber 247 202. Die geſamte farbige Be-
völferung wird 1908 auf 14895 Köpfe angegeben.
Brisbane hatte 1908: 135655 Einw. Teils aus \o-
zialpolitiſchen Rückſihten (hohe Arbeitslöhne), teils
aus wirtichaftlihen Gründen (große Trockenheit in
mehreren Jahren) hat die Regierung von D. die Ein-
wanderung längere Zeit nicht begünſtigt, ſo daß 1901
bis 1906 die Zahl der Auswanderer die der Einwan-
derer um 7515 überſtieg. Erſt ſeit dieſer Zeit hat man
dur<h Reklame in Europa ſowie dur< Abkommen
mit der Britiſh Jndia Co. wegen günſtiger Schiffahrts-
transportbedingungen zur Einwanderung nad) Q.
angelodt. Die Handel3verhältniffe ſtellten ſich
günſtig 1907, ſowohl in Mineralien wie hinſichtlich
des Viehes und der Wolle, diejenigen der Induſtrie da-
gegen weniger (j. oben, hohe Löhne 2c.), was zum
Teil mit der allgemeinen Lage auf dem Weltmarkt zu-
fammenhängt; doch dürfte eine Depreſſion nur vor-
übergehender Natur ſein. Die Einfuhr betrug 1907 :
9429691 Pfd. Sterl., wovon auf England nebſt Ko-
lonien 8018582, auf Deutſchland 866 927 Pfd. Sterl. |
famen. Die Ausfuhr ergab 1907: 14684019 (gegen |
1906: 12754288) Pfd. Sterl., von der über die |
Hälfte (8914631) nach den andern auſtraliſchen Staas |
ten (nah Neuſüdwales allein 7007293 Pfd. Sterl.) |
ging. Von dem Reſt (5769388) entfielen auf Groß- |
britannien 3197977, auf Amerika 603 753, auf Frank- |
reich 507534, auf Deutſchland 404713 (Erze für |
181371, Wollefür200343) Pfd.Sterl. 1908betrug die |
Einfuhr 9471166, die Ausfuhr 14194977 Pfd. Sterl. |
Die Einnahmen betrugen 1907/08: 4488398, |
die Ausgaben 4373097, 1908/09: 4766214, bez,
4756 304 Pfd. Sterl. Dabei ſind ſeit 1906/07 alle
Einkommen unter 200 Pfd. Sterl. von der Ein-
kfommenſteuer befreit. Jm Bergbau wies die Aus:
beute an Gold eine Abnahme (1907: 1978938, 1906:
2313464 Pſd. Sterl.), an Silber eine Steigerung
(112540 gegen 101693 Pfd. Sterl.) auf, an Kup-
fer ebenfalls (1028179 gegen 916546 Pfd. Sterl.),
doc wird hier ein bedeutender Nücgang erwartet.
Beim Ackerbau betrug für Weizen das Areal 1907:
82461 Acres mit693 527Buſhels Geſamtertrag(1906:
114575 bez. 1108902), für Mais 1907: 127119
Acres mit 3093789 Buſhels Ertrag (1906: 139806
bez. 3703274), ebenſo hat bei Hafer und Gerſte eine
Abnahme ſtattgefunden. Bei allem war lange Troden-
heit der Grund der Ertragabnahme. Hinſichtlich der
Viehzucht betrug der Beſtand 1907: an Pferden
488 486, an Rindvieh 3 892 232, anSchafen 16738 047
Stück. — Entſprechend der Zunahme von Einfuhr-
und Ausfuhrhandel iſt der Schiff8verkehr geſtiegen; ex
betrug 1907: 846 (gegen 1906: 793) Schiffe. Durd)
Abkommen mit der Britiſh Jndia Co. (\. oben) iſt O.
jeit 1908 monatlich mit. Großbritannien durch die
Torresitraße (bez. bei der Nücdtehr aus Europa um
das Kap der Guten Hoffnung) in Verkehr; desgleichen
ſeit 1908 mit Batavia und Niederländisch Indien. —
Zur Literatur: 3. Mathew, The representative
tribes of Q. (Lond. 1910). Eine kurze geographiſche
überſicht gab P. Thomſon im »Geographical Jour-
nal«, Bd. 24. Eine Überſichtskarte, 1: 2534000
(Brisbane 1906), die als Publikation Nr. 206 der
Queensländiſchen Geologiſchen Landesaufnahme (daſ.
1905) in geologiſcher Färbung erſchien, gibt auch alle
Viehſtationen und Brunnen an; auf einer neuen geo-
logiſchen und Fundſtättenkarte von Q. von B. Dun-
ſtan und H. W. Fox (1907) ſind unter anderm die
Opalfundſtätten bezeichnet.
R.
Raabe, Wilhelm, Romanſchriftſteller, erhielt 1910
ein Denkmal auf dem Großen Sohl unweit Eſchers- |
hauſen (\. d.) u. ſtarb 15. Nov. 1910 in Braunſchweig. |
Rabaul, kaiſerliches Bezirk8amt ſeit 1. Oft. 1909, |
amtlich für Simpſonhafen (\. Neuguinea 3).
Rachenbremien, j. Bremen, ©. 137.
Racine, 1) Jean de. Jm Herbſt 1910 wurde |
thm in La Ferté-Milon ein zweites Denkmal (von |
Rodin), den Dichter als Kind darſtellend, errichtet. |
Rad. Näder ſtellt man aus Metall, insbeſ. Eiſen |
und Stahl, Holz und Papier her. Große Shwung-
räder für Dampfmaſchinen, Preſſen 2c. werden .ge-
goſſen. Zur Herſtellung der Gußformen benutzt man |
für kleinere Räder Modelle, für große Schablonen.
Oft müſſen große Räder aus Herſtellungsrückſichten
aus mehreren Teilen zuſammengeſezt und durch
Bolzen 2c. verbunden werden. Um derartige Räder
bei hohen Umlaufszahlen vor dem Zerſpringen
(Shwungradexploſionen) zu ſhüßen, legt man
in Rillen des Kranzes ſtraff geſpannte Drahtſeile ein.
Räder für Kinderſpielzeuge 2c. gießt man aus einer
Legierung von Blei und Zink, benußt auh zuweilen
das Sprißverfahren, indem man das flüffige Metall
dur einen Druckkolben aus dem Gießbehälter in die
feſte Form preßt. — Größere Feſtigkeit als gegoſſene
beſiben ſhmiedeeiſerne und ſtählerne Räder. Die ur-
1prüngliche Herſtellung beſtand darin, daß man die
einzelnen Teile (Kranz, Speichen und Naben) zunächſt
duch Schmieden in die gewünſchte Form brachte und
die Speichen mit Nabe und Kranz verſchweißte; zur
Sicherung der genauen Lage ſowie zur Erzielung
einer guten Shweißverbindung legte man keilförmige
Beilagſtücke in die zum Eingreifen der Speichen in
den Kranz vorgeſehenen Ausſparungen, doch erfor-
dert dieſe Arbeit große Umſicht und Erfahrung. Das
Schmieden iſt daher nur noch verhältnismäßig ſelten
in Anwendung. Dagegen jtellt man jchmiedeetjerne
Radkörper häufig durch Preſſen (Schmiedepreſſen) her.
| Zu dem Zwecke legt man eine rotglühende Scheibe in
eine Matrize und übt mit einem Stempel einen Drud
aus. Meiſt iſt es erforderlich , dieſe Preßbehandlung
unter erneuter Erhitzung des Werkſtückes mehreremal
zu wiederholen, un eine übermäßige Zerrung der
Faſer zu vermeiden, die insbeſ. dann eintritt, wenn
in einer Hite mehrere Preſſungen vorgenommen wer-
den. Vielfach wird während des Preſſens durch einen
Dorn des Stempels auch das Loch für die Bohrung
geſtoßen. Sollen ſtatt des häufig angeordneten ge-
Ichweiften Bodens Speichen beim Preſſen erzeugt wer-
den, jo wird der Boden, der in vorhergehenden Ar-
beitsoperationen bereits Rippen erhalten hat, dur
Schneid- oder Stanzſtempel mit Ausſparungen ver-
ſehen; zuweilen wird dann der ganze Radkörper
einer Nachpreſſung unterworfen. Auch die Walzwerke