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Chlorzinn, Zinnchlorid, Pinke, Doppelchlorzinn. 111
zu schnell titriert wird. Man benutzt n-Natronlauge und Methylorange.
Das Ende ist erreicht, wenn die Lósung dauernd gelb geworden ist.
Basizitüát. Aus dem gefundenen Zinn- und Süuregehalt berechnet
sich die Basizitát der Ware (s. S. 91). 118,7 T. Zinn brauchen 145,87 T.
HCI zur Bildung des neutrales Salzes SnCl,, deren Basizitétszahl (145,87:
118,7) =1,229 ist. In der Regel wird ein Chlorzinn mit einem geringen
SalzsäureüberschuB von der Basizitätszahl 1,24—1,26 verlangt. Bei
einem SäureunterschuB ist entweder Zinnsalz oder Zinnoxychlorid als
vorhanden anzunehmen.
Verunreinigungen. Zinnchlorür wird durch Quecksilberchlorid nach-
gewiesen, wobei die geringsten Spuren Zinnchlorür eine Fällung von Quecksilber-
chlorür erzeugen. Salpetersäure wird in bekannter Weise mit Ferrosulfat-
lôsung nachgewiesen. Ammonsalze (NESsLERs Reagens in die mit Lauge alkali-
sierte Lôsung zugeben), Eisenoxydul- und -oxydsalz werden in bereits be-
sprochener Weise nachgewiesen. Großer Schwefelsäuregehalt verursacht leicht
Gipsausscheidungen und damit Betriebsstörungen. Gute frische Ware enthält
Spuren in Mengen von 0,01—0,02% SO,. Gebrauchte Chlorzinnlösungen sollten
nicht mehr als 0,5—1% Schwefelsäure enthalten. Blei wird nachgewiesen, indem
das Zinnhydrat durch heißes Wasser ausgeschieden und das Filtrat mit Schwefel-
wasserstoff behandelt wird. Freies Chlor und salpetrige Säure können bestimmt
werden, indem ein reiner Luftstrom durch schwach angewärmtes Chlorzinn in eine
mit Stärkelösung versetzte Jodkaliumlösung eingeleitet wird. Alkalisalze und
sonstige Fremdkörper, darunter vor allem Kalk und Kochsalz, werden be-
stimmt, indem man etwa 1 g Chlorzinn durch heißes Wasser quantitativ zersetzt,
filtriert, das Filtrat eindampft und den Rückstand prüft. 0,1—0,2% Kochsalz
können auch durch Ausfällung mit Hilfe des fünffachen Vol. alkoholischer Salz-
säure nachgewiesen werden. Phosphorsäure wird in alten Pinkbädern mit
Ammoniummolybdat und Salpetersäure direkt nachgewiesen (gelber Niederschlag).
Metazinnsäure, die sich in alten Bädern anreichert, ist in überschüssiger Natron-
lauge unlóslich. BAYERLEIN! weist Metazinnsáure, wie folgt, nach: Man löst 1 g
arsenige Säure in 200 ccm Wasser und setzt 15 Tropfen Salzsäure vom spez. Gew.
1,12 zu. Beim Überschichten einer Chlorzinnprobe mit diesem Reagens wird die
Mischungszone durch Metazinnsäure getrübt. Hydroxylamin ist als stark
reduzierender Körper (z. B. gegenüber Kupfersalzen) kenntlich.
Von einem guten Chlorzinn kann verlangt werden, daß es klar und möglichst
wasserhell, frei von Salpetersäure, freiem Chlor, Zinnsalz, Metazinnsäure ist, daß
es nur Spuren Schwefelsäure und Blei enthält und daß der Eisen- und Kochsalz-
gehalt nur ganz gering sind. Das wasserfreie Chlorzinn kann organische Chlor-
verbindungen und freies Chlor enthalten. Kalk und Phosphorsäure sind ständige
Begleiter gebrauchter Betriebsbäder.
Alte Gebrauchspinkbäder sollen möglichst klar und hell sein. Trübungen
rühren oft von ausgeschiedener Fettsäure aus seifenhaltigen Seiden her, oder von
Spez. Gew. reiner Chlorzinnlösungen bei 17,5°.
"né | %Sn *Bé | %sn °Bé | % sn "Bé | % sn
| |
65,7 29,45 56 | 24,93 46 | 20,38 26 11,35
65 29,12 55 | 2447 34 | 14,90 25 10,91
64. 28,64 54 | 24,02 33 14,45 22 9,75
63 28,17 53 | 23,56 32 14,00 20 8,67
62 27,70 $2. | 23,11 31 13,56 18 7,88
61 27,24 51 | 22,65 30 13,11 15 6,44
60 26,77 50 | 22,20 29 12,67 10 4,25
59 26,30 49 | 21,74 28 12,23 5 2,09
58 25,84 48 | 21,29 27 [11,79 . 2,5 1,04
57 25,38 47 | 20,83
1 BAYERLEIN: Fürb.-Ztg. 1907, S. 241.