Full text: Festigkeitslehre (2. Teil)

    
S ı. Einleitung. Verschiedene Arten der Festigkeit. 
Wenn ein Faden oder Draht durch ein angehängtes 
Gewicht (G, Abb. 1) gespannt wird, entstehen in ihm Zug- 
spannungen. Wird die Zugkraft (G) gróBer, so nehmen auch 
die Spannungen zu, bis sie schließlich zu groß werden, die 
Festigkeit des Drahtes überwunden wird und er reißt. 
Wenn sich ein Balken unter einer Last (P, Abb. 2) 
biegt, verlängert sich die untere Seite, und die obere ver- 
kürzt sich; dadurch entstehen Biegungsspannungen. Ist die 
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Abb. 2. f 
Last zu gro, fangen die Fasern an, unten 
zu reißen, oder sie werden oben zerdrückt ; 
und so bricht der Balken. 
Die Festigkeitslehre bescháftigt sich damit, 
Abb. 1. die Spannungen zu ermitteln, welche im 
Inneren der Bauteile (Zugstangen, Balken usw.) 
hervorgerufen werden, um festzustellen, ob sie das zulässige 
Maß nicht überschreiten. Man nennt die Spannungen auch 
innere Kräfte im Gegensatze zu den von außen einwirkenden 
äußeren Kräften. 
Je nach der Art, wie die äußeren Kräfte auf Bauteile 
wirken, entstehen verschiedene Spannungen. 
I. Eine Kraft wirkt in der Längsrichtung des Körpers 
ziehend. (Abb. ı) und sucht ihn zu verlängern oder zu 
  
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