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Kapitel r.
Fachwerke.
$1. Allgemeines.
Fachwerktrüger sind aus einzelnen Stáben von Holz oder
Eisen:so zusammengesetzt, daß sich immer Dreiecke anein-
anderreihen und schließlich eine unverschiebliche Figur ent-
steht (Abb. 1, 10, 18, 20, 22, 30, 38, 40, 42 und 44). Die Stellen,
an denen die Enden der Stibe miteinander verbunden sind,
nennt man Knotenpunkte. Diese sind als Gelenke oder
Scharniere zu betrachten. Der Einfachheit wegen werden die
Verbindungen freilich meist steif ausgeführt: ;
Es wird gewöhnlich so eingerichtet, daß die Lasten nur
an den Knotenpunkten angreifen, nicht an anderen Stellen
der Stäbe. Diese erhalten dann nur Druck- oder Zugspan-
nungen in ihrer Längsrichtung, werden aber nicht auf Biegung
beansprucht. So wird ihre F estigkeit am besten ausgenutzt,
Mitunter werden einzelne Stäbe auch zwischen den
Knotenpunkten belastet, Sie erhalten dann noch Biegungs-
Spannungen und müssen entsprechend stark gemacht werden
(vgl. 8 18).
Fachwerktrüger eignen sich besonders für grofe Stütz-
weiten,. wie sie bei Bahnhofshallen, Turnhallen, Brücken
u. dergl. vorkommen.
$2. Das Bestimmen der Spannkräfte.
Im $ 5 des I. Teiles der Statik (Abb. 39—57) sind bei
verschiedenen Konstruktionen die Spannkräfte der dort vor-
kommenden Zugstangen, Streben usw. bestimmt worden.
Jedesmal ist eine Kraft in zwei zerlegt, die in der Längs-
Zillich, Statik II. 3. Aufl. 1