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Heroisch ist auch sein Glaube; aber es steckt doch Demut und
Selbstverleugnung darin, und auch sie gehören zum echten Heros.
Durch den pietistischen Kreis kam er in Verbindung mit
Ludwig von Gerlach, dem Vertrauten des Königs, und man wird
zugestehen müssen, daß dieser ihm den Eintritt in die politische
Laufbahn geöffnet und die erste Richtung gegeben hat. Denn
wie sollte seine Unerfahrenheit sich der Autorität und dialekti-
schen Schärfe des klugen und mächtigen Mannes entziehen. Was
er von sich mitbrachte, waren ja noch keine eigenen politischen
Gedanken, aber es war die Wucht und der Zauber seiner Person.
Man soll ihn nicht nach den allbekannten Szenen beurteilen, wie
er seine Gegner übermütig und unbändig brüskiert und verhöhnt.
Ein ruhiger Beobachter aus dem Jahre 50 schildert ihn so:
„Der echt ritterlichen Gestalt sieht man in jedem Zuge die Bravour
und doch auch wieder die Feinheit des auf dem Lande erzogenen
Aristokraten an.“ Den „großen interessanten Weltmann“ hatte
ihn schon Marie von Thadden genannt. Wir denken ihn uns
meist als den wuchtigen Kürassier, dem aller Hofstaat und Hof-
dienst lästig war. Das gilt erst für den Kanzler, den Grafen und
Fürsten. Vorher war er ein schlanker eleganter Kavalier; die
weltmännischen Formen haben ihm den Zugang zur Diplomatie
eröffnet und den Diplomaten bei den Höfen in Gunst gebracht;
er wußte auch diese Mittel zu nutzen. Im ganzen sind die
Jahre 47—51 seine Lehrzeit, und wichtiger als die parlamentari-
schen Erfahrungen sind die seelischen Erschütterungen, der Zu-
sammenbruch des absolutistischen Staates, den auf der Tribüne
einzugestehen, ihm einen Weinkrampf brachte, und die Demüti-
gung vor Österreich und Rußland, die er auf demselben Platze
beschönigen mußte. Entscheidend war, daß er die Gunst des
Königs gewann, die ihn zum Bundestagsgesandten erhob. So
stieg er selbst. aus dem Parlament in die Regierung; ein: Über-