Full text: Anfangsgründe der Physik

     
     
    
  
  
    
   
     
    
   
   
     
   
   
    
   
   
    
      
    
    
  
   
     
    
    
   
     
      
   
   
    
    
     
  
    
    
     
      
    
      
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entgegen. Dehnbar heißt ein Körper, welcher ſich leiht nach der einen oder andern 
Dimenſion verlängern läßt, ohne daß hierdurch der Zuſammenhang ſeiner Teile ganz 
auſgehoben wird. Die meiſten Metalle ſind dehnbar ; die größte Dehnbarkeit beſibt das Gol. 
Die folgende Tabelle giebt für verſchiedene Subſtanzen die Belaſtung in Kilogrammen 
an, welche erforderlich ift, um einen Stab von 1 gem Duerducchichnitt zu zerreißen. 
Stahl ae, L08200 ST E A 198 
Eiſen, geſchmiedet .… DPL IRE an mn ı 62 
CUendrah mn, 2102, 61922 I ONE RE FI ER 192 
Silben gegen. ai 2004 Gen = 1819 
Kupfer, geihmiedet ... . . . 2320. | -Merkhiihen 20.0 2, 1395 
Gold gegofien ....... 1438 | Bucdebaum: .. 2. 2... 2.1080 
Meint: sus ar 4120325 Weißlannen C un 6% 957 
u ee ak ras 22% Danſe A a 615 
(Big. 3.) 
Do In Hinſicht der relativen Feſtigkeit führen wir noc 
an, daß aus einem cylinderförmigen Baumſtamme der 
rechte>ige Balken von der größten relativen Feſtigkeit 
dann erhalten wird, wenn bei dem rehte>igen Durd;- 
ſchnitt ABCD, Fig. 3, ſi< die Höhe BC zur Breite AB 
verhält wie die Diagonale eines Quadrates zur Seite, 
alſo wie /2:1=1,414 , ,. (S. Algebraiſche Analyſis, 
Eſſen, 1869, S. 19.) 
    
$. 12. Elaſticität. 
Claſticität iſt die Eigenſchaft eines Körpers, daß er bei Einwirkung äußerer 
- 
Kräfte eine Veränderung in der Lage feiner Teile erfährt, bei nachlaffenden Drucke 
oder Zuge aber ſeine Geſtalt wieder herſtellt. Vollkommen elaſtiſ<h würde ein 
Körper Jein, welcher vollſtändig und mit derſelben Kraft, mit welcher ex zu- 
ſammengedrückt oder ausgedehnt worden iſt, ſeine vorige Geſtalt wieder herſtellte. 
Ein ſolcher Körper wird in der Natur nicht angetroffen, aber eben ſo giebt es 
auch feinen ganz unelaſtiſchen Körper; ein jeder Körper zeigt, wenn der Druck 
eine gewiſſe Grenze nicht überſteigt, das Beſtreben, ſeine frühere Geſtalt wieder- 
herzuſtellen. 
Die vollkommenſte Elaſticität zeigen die luftförmigen Körper. — Flüſſig- 
feiten erleiden auh bei ſehr großem Drucke nur eine geringe Verminderung ihres 
Volumens, ſo z. B. Waſſer bei dem ungeheuern Drucke von 100 Atmoſphären 
(d. h. bei dem Druke einer Waſſerſäule von 1040 m Höhe) nur ungefähr 1/200. 
Unter den feſten Körpern beſißen Kautſchuk (gummi elasticum), gehärteter 
Stahl, geſchlagenes Meſſing, Fiſchbein u. a. m. eine bedeutende Elaſticität. 
Glas, welches in größeren Maſſen bekanntlich ſehr ſpröde iſt, zeigt, in feine 
Fäden oder dünne Blättchen ausgezogen, eine hohe Elaſticität. : 
Höchſt mannigfaltig ſind beſonders die Anwendungen, welche der elaſtiſche 
Stahl findet; wir führen als Beiſpiele an: die Federn, mit denen wir ichreiben, 
die Federn in Schlöſſern und Taſchenmeſſern, die Springfedern in Polſtern, die 
ſpiralförmig gewundenen Federn in Taſchen- und Tafeluhren, welche, indem fie 
ſich etwas auſrollen, das Räderwerk in Bewegung ſeßen, die elaſtiſchen Federn 
in den ſogenannten Zichwagen u. a. m. 
Wahrſcheinlich verhalten ſich alle Körper, fo lange die auf ſie einwirkende Kraft 
eine gewiſſe Grenze nicht überſteigt, vollkommen elaſtiſch. Innerhalb der Grenze der 
vollkommenen Claftieität, welde jedoch für verſchiedene Körper ſehr verſchieden iſt, 
gilt das Geſeß, daß die Veränderung des Volumens eines Körpers der 
Größe der einwirkenden Kraft proportional iſt. 
Das Gewicht in Kilogrammen, welches dieſem Geſebe gemäß erforderlich fein würde, 
um einen ſtabförmigen Körper von 1 qmm Querdurchſchnitt bis zur doppelten Länge 
auszudehnen, wenn er bis dahin vollkommen elaſtiſ< bliebe, wird der Elaſticitäts- 
Modulus genannt. Derſelbe iſ bei mittlerer Temperatur für Silber 7000, Kupfer 
  
	        
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