468 Pauſanias (Perieget) Pavia
an ausreichenden Beweiſen freigeſprochen, als er ſih auf eigene Hand wieder nah Babylon be-
gab und dort thraziſhe Söldner in Dienſt nahm, bis ihn die Athener nöthigten, ſih nah Troas
zurü>zuziehen. Bon den Ephoren zurüdgerufen, um fic) zu verantworten, blieb er in Sparta
unangefochten und konnte ſogar ſeinen verrätheriſhen Briefwechſel mit Artabazos, einem Sa=
trapen des Perſerkönigs, fortſetzen, bis der Bote, den er mit dem entſcheidenden Briefe abſenden
wollte, dieſen den Ephoren übergab. Als dieſe ihn nun vor Gericht forderten, um die ganze
Strenge des Geſetzes gegen ihn anzuwenden, flüchtete er ſih in den Tempel der Athene Chal-
kioikos auf der Akropolis von Sparta. Das Volk verſhloß hierauf die Pforten des Tempels
durch Anhäufen von Steinmaſſen, wobei ſeine Mutter zuerſt mit Hand anlegte, und P. mußte
auf dieſe Weiſe verhungern. Ein Abriß ſeines Lebens iſt von Cornelius Nepos vorhanden.
Pauſanias aus Magneſia am Sipylos in Kleinaſien bereiſte unter Hadrian und den An-
toninen Griechenland, Kleinaſien, Syrien, Aegypten, Libyen und Italien und verfaßte in längern
Zwiſchenräumen, etwa zwiſchen 160—180 n. Chr., einen Bericht über einen Theil dieſer Reiſen,
ſeine Periegeſis von Hellas, in 10 Büchern, von denen Buch 1 Attika und Megaris, Buch 2
Korinth und das übrige Argolis, Buch 3 Lakonien, Buch 4 Meſſenien, Buch 5 und 6 Elis
(das wegen der Fülle von Kunſtwerken, die in Olympia zufammengehäuft waren, zwei Bücher
einnimmt), Buh 7 Achaja, Buch 8 Arkadien, Buh 9 Böotien und Buch 10 Phocis (mit
Delphi) behandelt. Sein Hauptaugenmerk iſt die Beſchreibung der an den von ihm beſuchten
Orten befindlichen Kunſtwerke, woran er oft ſehr weitläufige mytholog. und hiſtor. Erörterungen
und Excurſe anknüpft; doch ift er nicht nur ſür die antike Kunſtgeſchichte, ſondern auch für die
Topographie Griechenlands unſere Hauptquelle. Sein Stil, in welchem er den Herodot nach-
zuahmen ſucht, leidet vielfah an Nachläſſigkeit und Unklarheit, Mängel, die im erſten Buche am
ſtärkſten hervortreten. Die beſten Ausgaben ſind die von Siebelis (5 Bde., Lpz. 1822—28),
I. Bekker (2 Bde., Berl. 1826), Schubart und Walz (3 Bde., Lpz. 1838— 39), L. Dindorf
(Par. 1845) und die Handausgabe von Schubart (2 Bde., Lpz. 1853); die beſten deutſchen
Ueberſetzungen die von Siebelis und Reichardt (9 Bdchn., Stuttg. 1827—29) und von Schu-
bart (9 Bdchn., Stuttg. 1857—66). Von dem Periegeten P. iſt zu unterſcheiden der unge-
fähr gleichzeitige Rhet ox P. aus Cüäſarea in Kappadocien, ein Schüler des Herodes Atticus,
Lehrer der Sophiſtik in Athen und in Rom.
Pauſe (lat.), d. h. Ruhe, nennt man vorzugsweiſe in der Mufif das Schweigen der Stim-
men an gewiſſen Stellen eines Tonſtücks ſowie auh das Zeichen, das dieſen Stillſtand und
feine Dauer anzeigt. Generalpauſe heißt die allgemeine P. ſämmtlicher Inſtrumente. Ganz
kurze B. nennt man, weil fie nur des Athem- oder Kraftichöpfens wegen da find, Sofpiren.
Neben den P., ald Kuhepunften, gibt es auh ſog. Gefühlspauſen.
Pauſilippo, Pofilipo, ein Berg auf der fitdweftl. Seite Neapels, dicht bei der Stadt, iſt
beſonders wegen des Felſenwegs, der ſog. Grotte von P., merkwürdig, der, am öſtl. Eingang
80—90, in der Mitte 20—50 F. hoh, 24—30 F. breit und ungefähr 1000 Schritte lang,
in gerader Linie durch den Berg von Neapel nah Pozzuoli führt und eine der belebteſten Land-
ſtraßen bildet. Unter Auguſtus auf Befehl des Agrippa vom Baumeiſter Cocceius als Tunnel
und Fahrſtraße dur<h den Hügelzug gebrochen, wurde die Straße von König Alfons 1. um
1442 erweitert und auh noh ſpäter breiter und höher gemacht, gepflaſtert und mit Luftlöchern
verſehen. Der Fels, vulkaniſcher Tuffſtein, ift überaus feſt und nie dur ein Erdbeben erſchüttert
worden. Am Eingange und in der Mitte der Grotte ſtehen kleine Kapellen der Jungfrau Maria;
über der Grotte finden ſich Reſte einer Waſſerleitung und das ſog. Grabmal Virgil's. Um den
Weg durch die Grotte zu umgehen, wurde 1822 eine Kunſtſtraße über den P. nah Pozzuoli
angelegt. Der Durchſtih wird von Strabo, Dio Caſſius, Plinius, Seneca und Petronius, von
beiden leßtern untèr dem Namen Crypta-Neapolitana erwähnt. Der Name P. wurde auf ihn
und den ganzen Berg von der nahegelegenen Villa Pauſilypum, grieh. Pauſilypon (die Gram-
ftillende, Sans souci) übertragen, welche der berüchtigte Schlemmer Vedius Pollio dem Auguſtus
vermachte, und die ihre Benennung vollkommen gerechtfertigt haben ſoll. Nahe dem öſtl. Eingänge
zeigt man auf der Höhe unter Weinpflanzungen das ſog. Grab des Virgilius, jedenfalls ein
röm. Grabgewölbe (Columbarium), eine Kammer von 15 F. im Quadrat, mit drei Fenſtern,
gewölbter Dede und zehn Wandnifchen für Aſchenkrüge.
Pavia , das alte Ticinum, ſpäter Papia genannt, eine der älteſten Städte Italiens, die
Hauptftadt der gleichnamigen lombard. Provinz (60/7 Q.-M. mit 419785 E. Ende 1861)
im Königreich Italien, Sit eines Bisthums, der Präfectur für die Provinz, eines Tribunals
erſter Juſtanz und anderer Behörden ſowie einer Handels - und Gewerbekammer, liegt an der
einen
cente
niſch
hält
beſo1
nedie
Stal
774
gegen
goba
zum
Kam
Par
unte
deſſe
mal
Abz1
P. 1
Wel
\{<w
auge
Affe
den
und
Aus
der
iſt, (
pav
vier
bisr
wöh
des
Luft
der
Sd
Na!
lich]
pav
mit
gele
Pla
bau