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(vel. 110, 1889 S. 220 und Beilage; 83, S. 417 Fig. 138; s. auch
135, 1889 S. 220).
Kalksinterplatten- (auch „Steinsinterplatten‘“-) druck und ähnliche.
Um den teuren, zerbrechlichen und schwer handlichen lithogra-
phischen Stein für den Flachdruck (s. unter ,Steindruck“) durch
andere Mittel zu ersetzen, wurden Senefelders Bemühungen nach
verschiedenen Richtungen bis in die neueste Zeit fortgesetzt. —
Die auszugsweise angeführten Beispiele sind in folgende Gruppen
geteilt: I. Kalksinterplatten u. dgl.; II. Künstlich erzeugte Flachdruck-
formen; III. Steinpapier; IV. Zinkflachdruck; V. Aluminiumdruck.
I. Im Jahre 1839 wurden von Louis Behrend & Co. in Berlin
die von Dr. Behrend erfundenen und ihm patentierten „künstlichen
lithographischen Platten“ in den Handel gebracht (vgl. /4), welche
mit einer dünnen Schicht versehen waren. — I) Gekürnte Zink-
platten werden auf zwei Stunden in eine 55°C warme Magnesia-
lösung gelegt, nach dem Abtrocknen mit einer Lösung von 10 Teilen
Alabastermehl, 5 Teilen Alaun in 100 Teilen Wasser begossen,
getrocknet und mit Alkohol abgewaschen. Nach dem D.R.P. von
Victor Emden in Frankfurt a. M. (/70, 1885 S. 95) — 2) Einem
Wasserbade ist so viel Kalkhydrat zuzuführen, daß ein ÜberschuB
vorhanden ist, worauf Kohlensäure so lange in das Bad eingeleitet
wird, bis dasselbe sauer reagiert. Mit der dann abgezogenen klaren
Lösung von doppeltkohlensaurem Kalk werden gereinigte Metall-
platten im Staubregen befeuchtet, dann erwärmt und immer wieder
befeuchtet, bis eine genügende Kalksinterablagerung erzielt ist.
Nach Môllers Patent (vgl. 124, S. 25) — 3) Nach dem D.R.P.
Nr. 35454 von Jul. Wetzel (Wetzel & Naumann) in Reudnitz-
Leipzig (Pat.- Beschreib. 2, 1886 Nr. 23; 110, 1889 S. 221) wird
eine Auflósung eines lithographischen Steines in Salz- und Schwefel-
säure hergestellt, dann eine Asphaltlósung, Kolophonium und Öl
zugesetzt. Nachdem die Säure verdampft ist, wird die Mischung
mit einer verdünnten Sodalösung in Verbindung gebracht und durch
Injektion auf Metallplatten aufgetragen. Da derartige Schichten
tonten, wird in dem Zusatzpatente Nr. 61555 (2, 1892 S. 266)
angegeben, daB die Kalkmaterialien anstatt mit Harz oder Olseife
mit palmitinsaurer Tonerde (Aluminiumpalmitat) und einer geringen
Menge von Asphalt, vorher in Kampferól aufgelóst, versetzt werden.
Nachdem die in dieser Mischung noch enthaltene überschüssige Säure’
durch Zusatz von Pottasche neutralisiert worden ist, wird der ab-
gepreßte Rückstand in einer schwachen. Sodalösung verteilt und auf
Metall aufgetragen. — 4) Die geschliffene Zinkplatte. wird mit einer