Object: 40 Jahre Berliner Verein für Luftschiffahrt

=» 
faft moderne Form, die der Stromlinienform fehon ſehr nahe 
kam, und dur< eine weitere bedeutſame Neuerung, die darin 
beſtand, daß, zum erſten Mal in der Luftſchiffahrt, ein Gasmotor 
zur Verwendung gelangte, der in höchſt geiſtvoller Weiſe dadurch 
geſpeiſt wurde, daß der Brennftoff für die Vortriebsfchrauben dem 
durch gleichzeitiges Aufblafen von LQuftfäden prall gehaltenen 
Luftſchiff ſelbſt entnommen wurde. Der ſehr verheißungsvolle 
Entwurf, von deſſen Ausführung der „Deutſche Verein zur För- 
derung der Luftſchiffahrt“ ſih eine Erfüllung ſeiner hochfliegenden 
Pläne verſprah, mußte verlaſſen werden, weil es nicht gelang, 
die erforderlichen Geldmittel zu befchaffen. 
Die Fruchtloſigkeit der bisherigen Tätigkeit führte dazu, der 
Arbeit des Vereins eine andere Richtung zu geben. Es drängte 
fi allmählich die Erkenntnis auf, daß man Irrtümer und Miß- 
erfolge nur überwinden könne, wenn man ſih zunächſt die Klärung 
einer Anzahl von Vorfragen angelegen ſein ließe, über die man 
bisher hinweggegangen war. Abgeſehen von einer Reihe un- 
gelöfter technifcher Fragen waren es die Geſeze des Luftwider- 
ſtandes für Flächen verſchiedener Form und Größe, des Ver- 
hältniſſes der Motorleiſtung zum Luftwiderſtand und der 
Schraubenwirkung in der Luft, vor allem aber die phyſikaliſchen 
Eigenſchaften der freien Atmoſphäre, die der Aufklärung bedurften. 
Die Vereinszeitfchrift hat mittelbar auch dazu beigetragen, 
die Vereinsarbeit in eine andere Richtung zu drängen, denn 
indem ſie die Kenntnis von dem Verein und ſeinen Beſtrebungen 
in den Kreiſen der Wiſſenſchaft und der Technik verbreitete, gewann 
ſie ihm dort Mitglieder, die neue Gedanken und neue Anregungen 
mitbrachten und ſomit dazu mitwirkten, die Tätigkeit des Vereins 
von dem damals no< ausſihtsloſen Streben nah dem lenkbaren 
Luftſchiff abzuleiten zugunſten erreichbarer Ziele und planmäßigen 
Aufbaues der Grundlagen der Luftfahrt. 
Bei allem“ Zuwachs aber blieb — niht zum Schaden der 
Sache — doch immer der militäriſche Einfluß vorherrſchend, der 
jid) damals namentlich in dem unermüdlichen nunmehrigen 2. Vor- 
ligenden Hauptmann Buchholtz verkörperte. Die Anregungen, 
die er Durch feine gefchichtlichen Vorträge über militäriſche Luftfahrt 
gab, wirkten ſo ſtark nach dieſer Seite, daß im zweiten Jahrgange 
der Zeitſchrift auch eifrige bürgerliche Mitglieder einſhlägige Auf- 
ſäze veröffentlichten, ſo der Bergingenieur Buttenſtedt über 
„Drachenballons für Kriegs- und Expeditionszwe>e“, und Profeſſor 
Gerla<h „Ueber die Möglichkeit, den Drachen zu Reko- 
gnoſgierungen zu benugen“ u. a. m. Auf dieſe Weiſe wurde der 
Verein zu einer Stätte der Tätigkeit für militäriſche Luftfahrt. 
Nicht ohne Einfluß auf dieſe Entwidlung war die Tatſache, daß 
7 
  
 
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.