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große Geschichte, eine göttliche Kunst und ganz zulekt ein
liebender Freund, der mit Ihnen seine eigenen ersten Ein-
drücke aller dieser Herrlichkeiten noch einmal durchgenießen
möchte.
I< werde Ihnen mit dem Stolz eines Besitzers das
schöne Florenz zeigen, obwohl nichts davon mein ist als das
ungreifbare Jdeal seiner großen Vergangenheit und seiner
schönen Natur. Sie werden hier angenehm und billig leben,
werden sich in der gesittetsten Stadt Jtaliens, die dem ge-
bildeten Geist den Aufenthalt am dankbarsten lohnt, auch
am leichtesten acclimatisieren und dann Rom und Neapel
doppelt genießen können. Dixi.
Item. Ihr Brief gibt mir Gelegenheit, meinen traurigen
Schachtodtenzettel zu vervollständigen. Die Generale Buz
und Steinle hat der Tod dem Dienste des Vaterlandes ent-
zogen; sie spielen jeßt schlecht im Himmel. Der brave
Wermuth ist gestorben und des8gleichen der wackere Schach-
papa Einsiedler, nachdem er vor dem Tode noch irrsinnig
geworden war. So stehen wir Beide fast allein auf dem
Schlachtfelde unserer Heldenthaten. Hier in Florenz werden
wir den Geschiedenen ein paar gute Schachpartien opfern.
Und nun leben Sie wohl, schreiben Sie recht bald über
Ihre weiteren Pläne und bringen Sie den Brief womöglich
selbst nach Florenz zu Ihrem Freunde
Adolph Bayersdorfer.
Ich bin etwas unwohl und so müde, daß ich heute
nicht mehr schreiben kann. Verzeihen Sie und erfreuen Sie
mich recht bald mit einem Briefe.
i-
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