Einleitung.
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Wilhelm Fiedler völlig erfaßt 1 ). Er setzte sie systematisch auseinander
in dem von der preußischen Akademie d. Wissenschaften in Berlin im
Jahre 1884 mit dem Steiner-Preis ausgezeichneten Buche ,,Cyklo-
graphie oder Construktion der Aufgaben über Kreise und Kugeln und
elementare Geometrie der Kreis- und Kugel Systeme“, Leipzig 1882.
Fiedler kam nach eigenen Mitteilungen 2 ) auf diese Abbildung, indem er
jeden Punkt so wie das Auge in der Perspektive durch seinen Distanz
kreis bestimmte (Lehrb. Nr. 205). Er hielt seine Untersuchungen längere
Zeit zurück, weil er meinte, daß schon Jakob Steiner diese Abbildungs
methode besessen habe und sich darauf bezügliche Aufzeichnungen in
dessen hinterlassenen Papieren finden würden. Erst die Gewißheit, daß
im Nachlaß des großen Geometers nichts davon vorhanden sei, ver-
anlaßte ihn zur Herausgabe dieses Buches. Fiedler hat die Zyklo-
graphie auch in die 3. Auflage (1884) seiner Darstellenden Geometrie
hineingearbeitet, wodurch dieses ausgezeichnete Werk jedoch noch mehr
an bequemer Lesbarkeit verloren hat.
Meine Vorlesungen bringen selbstverständlich vieles aus dem
Eiedler’schen Buch und seinen auf Zyklographie bezüglichen Ver
öffentlichungen 3 ), unterscheiden sich aber sowohl in methodischer
Beziehung als nacTi Umfang und Inhalt des Stoffes davon wesentlich.
x ) Die Arbeit von E. Cznber, Ableitung der Zentralprojektion aus einer
kotierten Orthogonalprojektion, Arch. Math. Phys. 62 (1878), S. 259—266, ver
wendet schon den Grundgedanken der Zyklographie. gelangt aber damit bloß zu
den einfachsten Sätzen über Ähnlichkeits-Punkte und -Achsen.
2 ) C y biographie, Vorrede, S. IV; sowie Fiedler, „Meine Mitarbeit an der
Reform der darstellenden Geometrie'*, Jhrsb. Dtsch. Math.-Ver. 14 (1905), S. 503.
Die ersten Bemerkungen über Zyklographie finden sich in dem Aufsatz ,,Ein
neuer Weg zur Theorie der Kegelschnitte“, Vrtlj. Nat. Ges. Zürich 25 (1880), S. 217
bis 256. Vgl. auch A. Foss, Wilhelm Fiedler, jhrsb. Dtsch. Math.-Ver. 22
(1913), S. 97—113, mit einem Bildnis Fiedlers und einem Verzeichnis seiner
Schriften.
3 ) Es sind dies neben den schon genannten Arbeiten: „De la géométrie
des systèmes de cercles, développée par une méthode nouvelle de ra-
présentation, Assoc. franç. pour l’avancement des sciences, congrès d’Alger, 1881;
„Vom Schneiden der Kreise unter bestimmten reellen und nicht reellen
Winkeln, Vrtlj. Nat. Ges. Zürich 26 (1881), S. 86; „Zu zwei Steinerschen
Abhandlungen“, ebenda 28 (1883), S. 409; „Drei gleichseitige Rotations
hyperboloide desselben Büschels,“ ebenda 29 (1884), S. 343; „Über die
developpable Fläche von 45° Gefälle durch einen Kegelschnitt und
gegen eine Ebene“, ebenda 29 (1884), S. 348; „Zyklographische Über
gänge vom Reellen zum Imaginären“, ebenda 29 (1884), S. 359; „Über
die Büschel gleichseitiger Hyperbeln, den Feuerbachschen Kreis und
die Steinersche Hypozykloide“, ebenda 30 (1885), S. 390; und schließlich
„Über die Durchdringungskurve gleichseitiger Rotationshyperboloide
von parallelen Achsen“, acta Math., V (1884), S. 331.