Full text: Der Wasserbau (Abtheilung 3, 2. Heft)

     
  
     
      
      
   
   
   
   
   
   
   
  
   
  
  
  
   
     
  
   
  
  
  
  
  
   
   
  
   
  
   
   
   
  
  
   
    
  
  
   
  
   
   
   
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Einige Sonder-Arbeiten des Wasserbaues. 
e. Fortschaffung des Baggergutes. 
Abgesehen von dem Falle, wo Pumpenbagger zur Anwendung kommen, 
wird man zur Fortschaffung des Baggerguts selten die Hülfe von Prähmen 
entbehren können, sei es, dass diese das Baggergut unmittelbar zu einer 
geeigneten Ablagerungsstelle führen, sei es, dass sie bei der Aufstellung von 
Hülfseinrichtungen dienen, mittels deren das Baggergut ans Land gebracht 
wird. Unvortheilhaft ist die Benutzung von Prähmen dann meist, wenn die 
Erde von Hand wieder ausgeworfen werden muss, weil die Kosten dieser 
Leistung etwa eben so gross sind, als die der Baggerung selbst. 
Prähme zur unmittelbaren Fortschaffung des Baggerguts haben entweder 
Seiten- oder Bodenklappen, werden meist aus Eisen flachgängig und sehr 
breit gebaut und je nach der Grösse mit 2—4 Mann zum Fortbewegen besetzt. 
Günstiger ist jedoch die Vereinigung zu ganzen Schleppzügen, an deren Spitze 
sich ein Dampfer setzt. Bei Massen-Baggerungen werden die Prähme wohl 
mit eigener Maschine ausgestattet, um selbständig in ihrer Bewegung zu sein; 
dies ist dann von besonderm Nutzen, wenn das Baggergut durch gefährliche 
Fahrwasser oder weit hinaus in See geschafft werden muss. Der Transport 
mıt selbstthätigen Prähmen ist auch ökonomisch vortheilhaft, weil ein Dampf- 
Fig. 58, 54,55. Prahm mit Bodenklappen. 
  
prahm, deretwa250 «hm 
Baggergut fasst, nur 
einer Maschinenstärke 
von 40 Pfdkr. bedarf, 
dabei mit 8—9 Knoten 
Geschwindigkeit fährt 
und nur eine Besatzung 
von4—5Mann braucht. 
Prähme dieser Art sind auf der Clyde und Tyne sowie bei der Unterweser- 
Korrektion zahlreich in Anwendung. 
Während bei Prähmen ohne selbständige Bewegung das Oeffnen und 
Schliessen der Klappen mittels einfacher, aber kräftig zu bauender Handwinden 
erfolgt, Fig. 53, 54, 55, wird bei Prähmen, die für Eigenbewegung eingerichtet 
sind, zu jenem Zwecke die Dampfmaschine mit benutzt. Fig. 56 u. 57 zeigen 
einen Prahm, über dessen Laderaum ein in Bogenform hergestellter eiserner 
Kastenträger gestreckt ist, in welchem Rollen gelagert sind, über diese 
fort gehen die von den Klappen kommenden Kettenenden zu andern Rollen, 
mittels deren von Hand zu bewirkender Drehung das Oeffnen und Schliessen 
der Klappen erfolgt; wie die Figur ergiebt, kann die Bewegung jeder einzelnen 
Bodenklappe für sich erfolgen. — Fig. 58, 59 stellen einen Dampfprahm mit 
Seitenklappen dar, bei welchem die Bewegung der Klappen durch die Maschine 
mit geschieht. Es ist dazu in der Schiffsmitte eine Welle gestreckt, die für 
jede Klappe eine Kettenrolle und eine damit verbundene Zahnkuppelung trägt. 
Durch Einrücken letzterer wird das Kettenende angezogen, also die Klappe dureh 
Ausrücken geschlossen. 
Um das kostspielige Ausladen mit Hand zu vermeiden da, wo der Bagger- 
boden ans Land zu schaffen war, hat man verschiedene Vorrichtungen in An- 
wendung gebracht. Beim Ausheben des Wiener Donau-Durchstichs z. B. be- 
wegliche, aus kurzen Stücken zusammen gesetzte Rinnen aus Stahlblech, 
die mit einer laufenden Kette ohne Ende verbunden waren, sodann Hub- 
räder: breite, auf einem Prahm montirte Zellenräder, in welche die Bagger- 
Eimer — gleich wie vor in die Rinnen — ihren Inhalt unmittelbar entleerten 
        
, 
z 
2 
Dampfprahm mit Bodenklappen. 
56. 
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