Full text: Handbuch der Physik (3. Abtheilung, 1. Theil, 1. Band)

150 Verdrängung von Flüssigkeiten. 
Röhre hinab, an welchem man das auf 0° bezügliche Volumen direct ablesen 
kann. Wog die in das Kügelchen gebrachte Substanz m, ist das abgelesene 
Dampfvolumen v, und 39 der kubische Ausdehnungscoefficient des Glases, so 
ist bei der im Wasserrohr gemessenen Temperatur 7 und bei dem Drucke = 
— A (6 Barometerstand, 4 Quecksilberhóhe in der Róhre) 
m 
gr + 387) 
Die Methode, resp. der Apparat hat dann später durch LANDOLT!), GRA- 
BOWSKI, ganz besonders durch A. W. v. HOFMANN ?) mannigfaltige Verbesserungen 
erfahren. 
3. Verdringungsmethode. 
a) Verdrängung von Flüssigkeiten. Diese Methode rührt von A. W. 
v. HOFMANN?) her und ist von V. MEvER4) u. A. modificirt worden. 
Am besten bedient man sich hierzu folgenden Apparates (Fig. 51). In 6 
wird die Substanz (Gewicht m) gebracht, dann durch die Röhre a Quecksilber, 
der Ballon, wenn er voll ist, oben zugeschmolzen, 
Quecksilber nachgegossen, bis es bei c ausfliesst, dann 
der Ballon in das Bad gebracht, so dass Quecksilber 
ausfliesst, ^ und 7 abgelesen, herausgenommen und 
der Quecksilberstand im Ballon bezeichnet. Der 
Druckunterschied zwischen diesem Stande und ¢ sel, 
auf 0? reducirt, 5'; ferner sei /, die Anfangstemperatur 
des Quecksilbers, x sein Ausdehnungscoefficient, x seine 
Spannkraft bei #°, à seine Dichte, v das beobachtete 
Volumen des Dampfes; endlich M das Gewicht des 
ganzen, M' das des ausgeflossenen Quecksilbers. 
Durch Einführung der néthigen Correctionen und 
Constanten erhält man dann 
fts s M 
pA 5— (@ — 00000273) (£ — #) 
0 
  
  
  
  
  
  
  
(Phys. 51.) 
  
Ó 
und hiermit schliesslich 
m 760 (1 4- 0:00367 7) 
d= 0001296 7 PHP —nR 
Bei der MEvER’schen Modification tritt Woop'sches Metall an die Stelle von 
Quecksilber. 
b) Verdrängung von Gasen. Die erste derartige Anordnung rührt von 
DuLoNG?) her, die einfachste und brauchbarste aber von V. Mever®) (Fig. 59). 
An einen Cylinder von 100 ccm Inhalt und 200 zm Höhe wird ein 600 mm langes, 
6 zm weites Glasrohr angeschmolzen, das oben in der Erweiterung d endet und 
durch einen Kautschukpfropten verschlossen ist. Bei « geht ein enges Seiten- 
rohr ab, das bald nach unten umbiegt und in Wasser unter der Oeffnung eines 
kalibrirten Rohres endigt. Das Rohr db steckt in einem weiteren Rohre, das, je 
  
?) LANDOLT, Ch. Ber. 5, pag. 497. 1872. 
?) A. W. v. HoFMANN, Ch. Ber. 1 u. ff. 
3) v. HOFMANN, Lieb. Ann. Suppl. 1, pag. 10. 1861. 
^) V. MEYER, Ch. Ber.9, pag. 1216; 11, pag. 2068 u. s. w. 
*) DuLoNG, Compt. Rend. 78, pag. 536. 1874. 
9) V. MEYER, Ch. Ber. 11, pag. 2253. 1879. 
      
    
  
    
   
    
  
    
   
  
  
   
   
    
   
   
     
   
    
   
   
    
  
    
   
    
    
   
   
    
   
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