Full text: Der Schuh- und Stiefelmacher in seines Gewerbes größter Vollkommenheit

    
    
   
  
  
  
   
    
  
  
    
    
    
  
  
  
    
    
   
     
   
    
    
    
   
   
   
  
  
   
      
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merkſamkeit auf die Verwendung ? des ‘Leders * zi 
richten.» : Der größte Vortheil; den ein. Schuhmacher 
fi) machen Tann, Tiegtvnotfhwendig in: dem genau 
berechneten: Zufchnitte des: Stoffs, da das Leder 
pfundweiſe gekauft wird], und “mehrentheils.: ſehr 
theuer iſt. Halt ér hiebeiinicht gut Haus, ſo ft 
ſein Vortheil auch um fo geringer, Er-muß dem- 
nach ein Stud Leber: hin und her drehen und einen 
genauen Ueberfchlag machen, ehe er den: Kneifran: 
fest, da dieſer ohnehin einen Gircumflercbildet „den 
er nicht im Sinne hatte — 0 
Man bemerkt, daß der Schuhmacher die ge: 
ſpannte: Aufmerkſamkeit nicht ſelten auf die Arbeit 
überträgt, ob ſie ihm gleich mechaniſch geworden iſ ; 
es” ware aber beſſer, wenn er dabei ein luſtiges 
Liedlein ſánge, wie er “es wahrſcheinlich. sin’ feinem 
Léhrlingsſtande that, denn, woo gäbe ‘es: wohl einén 
Schuhmacherlehrling in der Welt, der auf der Straße 
nicht pfiffe, oder fange? Statt deſſen brüter ein 
ſolcher Mann ‘allerhand: Hirngeſpinnſte aus, wird 
myftifch, Pietiſt und Politiker, und ſtirbt für das. 
äußere Leben ab. Wem fällt nicht Sacob Böhme 
bei? In der Secte der Herrnhuter und Inſpirirten 
machen die Schuhmacher’ faft die Hälfte aus. *) 
Schon oben bemerkten wir, welche Urſachen Dre 
Veranlaſſung gegeben - hâtten, das Schuhmachergez 
werbe für weniger anſtändig zu halten, ‘als ſo. man- 
= ——————__—_ 
*) Die wunderbaren Launen und Einfälle vieler Shuh- 
macher ſind mehrentheils körperlich , und laſſen fich dur 
ihre fißende Lebensart, noch mehr duch die Art, wie fie 
ſigen, Leicht erklären. Helvetius meint , ein Wind nad 
oben bewirke eine Inſpiration; ein Wind nach unten? — 
So haben auch die Schuhmacher eine größere Gallenblaſe, 
wie andere Menfchen gewöhnlich Haben. Kurz, Eins folgt 
aus dem Andexn. — (der Bearbeiter, )
	        
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