Full text: Fichte und seine Vorgänger (5. Band)

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der Satz: die Dinge sind. Auf der zweiten gilt der Satz: die 
Vorstellungen oder Bilder der Dinge sind. Die Reflexion auf 
dieses Object erhebt das Bewußtsein auf eine höhere Stufe, es 
erfaßt seine eigene vorstellende oder bildende Thätigkeit, so ent⸗ 
steht das Wissen vom Wissen, das freie Bewußtsein, das Ich. 
Jetzt bleibt das Wahrnehmen und Einbilden nicht mehr sich selbst 
überlassen, sondern wird von dem freien Bewußtsein gerichtet 
und regiert. Auf diese Weise bringt das Bewußtsein Wahrneh⸗ 
mung und Einbildung in seine Gewalt; es fixirt die Wahrneh⸗ 
mung und macht sie aufmerksam, es erneuert und reprodu⸗ 
cirt die Wahrnehmung vermöge der Einbildung; es bildet sich eine 
Vorstellungsreihe, in der jedes Glied bedingt ist durch die vorherge⸗ 
henden, das gegenwärtige durch die vergangenen, und die vergange⸗ 
nen gegenwärtig gemacht werden durch die Erinnerung). 
b. Das praktische Vermögen. 
Das Bewußtsein stellt vor, reflectirt auf seine Vorstellungen 
und wird ihrer inne. Dadurch macht es sein (sich als) theoreti⸗ 
sches Vermögen frei. Es muß seiner Freiheit inne werden. Es 
ruhh muß sich als freie Wirksamkeit erfassen, als freie, auf ein Object 
gerichtete Thätigkeit. Ohne Widerstand kein Gegenstand für eine 
freie Thätigkeit. Ohne Vorstellung des Widerstandes keine Mög⸗ 
lichkeit, sich der eigenen Freiheit bewußt zu werden. Daher die 
Nothwendigkeit der Vorstellung einer (nicht bloß räumlichen, son⸗ 
dern) körperlichen, materiellen Welt, einer auf Widerstand lei⸗ 
stende d. h. körperliche oder materielle Dinge gerichteten Thätig⸗ 
keit, die Nothwendigkeit eigener körperlicher Kraft, also eines 
* körperlichen, leiblichen, individuellen Ich. Das Wissen kann 
2 seiner Freiheit nur inne werden als einer gehemmten, einge⸗ 
. — 5 Thats. des Bew. (1810). IAbschn. Cap. I-VI.
	        
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