Full text: Technische Mechanik

8 69. Der Stoß freier Körper. 
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zusammen weiter mit ihren nunmehr übereinstimmenden Geschwindig- 
keiten. Sind dagegen die Kugeln elastisch, so haben sie das 
Bestreben, die während der ersten Periode des Stoßes erlittene 
Formänderung während einer zweiten Periode wieder rückgängig 
zu machen. 
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Statt die aufeinanderstoßenden Körper zusammendrückbar und 
elastisch anzunehmen, können wir dieselben auch starr voraussetzen, 
wenn wir dafür zwischen den beiden Körpern längs der Normalen 
im Berührungspunkte B eine masselose elastische Spiralfeder als 
Puffer eingeschaltet uns denken. In diesem Falle wird die Feder 
während der ersten Periode des Stoßes infolge der ungleichen Ge- 
schwindigkeiten der aufeinanderstoßenden Körper mehr und mehr 
zusammengedrückt; sobald aber die Gleichheit der beiden Ge- 
schwindigkeiten hergestellt ist, also kein Grund zu weiterer Zu: 
sammendrückung der Feder mehr vor- 
liegt, fängt die Feder an, während der 
zweiten Periode des Stoßes sich wieder 
auszudehnen und weiter verzögernd auf 
den stoßenden Körper I, dagegen beschleu- 
nigend auf den gestoßenen Körper II ein- 
zuwirken. Mit der Abnahme der Geschwin- 
digkeit von I und der Zunahme der Geschwindigkeit von II nimmt 
aber die Federspannung allmählich ab. Ist die Spannung gleich Null 
geworden, so ist auch die zweite Periode des Stoßes und damit 
der Stoß überhaupt beendigt, worauf die beiden Kugeln getrennt 
sich weiter bewegen vermöge der erlangten Geschwindigkeiten. 
Schließlich ist noch zu bemerken, daß gegenüber der be- 
deutenden kinetischen Wirkung der Stoßkräfte die Wir- 
kungen anderer äußerer Kräfte, die an den beiden Kugeln 
etwa noch tätig sind, während der Dauer des Stoßes nicht 
in Betracht kommen können, daß also von diesen letzteren 
Kräften beim Stoß abzusehen ist. Die Reibung hat dann den Cha- 
rakter einer Stoßkraft, wenn der Normaldruck auch diesen Cha- 
rakter hat; sonst nicht. Ist also die Reibung in einem bestimmten 
Fall nicht als Stoßkraft anzusehen, so hat sie auf den Stoßverlauf 
keinen Einfluß. 
Bezeichnet man die gemeinschaftliche Geschwindigkeit beider 
Kugeln am Ende der ersten Periode des Stoßes mit wu, ferner mit 
N die veränderlichen Drücke, die die beiden Kugeln während der 
ersten Periode des Stoßes wechselseitig aufeinander ausüben, so er- 
gibt der Satz von der Bewegungsgröße, wenn t, die Dauer der 
ersten Periode des Stoßes hezeichnet.
	        
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