Object: Häma bis Husquarn (9. Band)

  
216 Hearts and shirts 
ſtellern der mittlern Zeit, zuſammen unter 
bem Zitel: Scriptores varii de historia 
anglicana, 64 Bde. 1709—1735. 2) 
(Samuel), geboren 17455 zuerft 
Matrofe auf englifhen Schiffen, dann im 
Dienſte der Hudſonsbay - Geſellſchaft z bereit: 
fie 1768 diefe Bay, um ben Stodfifcdyfang 
zu verbeſſern, fo wie er fpäter die Ent: 
de>ung einer nordweſtlihen Durchfahrt und 
die Unterſuchung eines von Reiſenden an- 
geführten Kupferbergwerks unternahm. Die: 
ſe legte Reiſe machte er zu Fuß und allein, 
nur in Geſellſchaft von Wilden, kam auch 
nach anderthalb Jahren glücklich in das Fort 
Prince Wales , und kehrte 1787 nah Eng- 
land zurü>z die Beſchreibung feiner Nei: 
ſe erſchien ſpäter, Le) 
Hearts and shirts (engl.,Ddigew.), 
Pödelfleiich aus der Gegend des Herzens 
und Halſes; gehen von Jrland nach den 
Eolonien. 
Heathfield (Lord), f. Elliot. 
HDeautognofie cv gr.), Selbft: 
fenntniß. 
Heautonomit (v. gr.), eigne Geſeß- 
gebung , inſofern die Vernunft des Menſchen 
ihm Grundfäge feiner Handlungsweife gibt. 
Gegentheil: Deteronomie, fremde Ge 
feßgebung, wo das unſre Handlungsweiſe 
beſtimmende Geſes außer uns, in dex Be- 
Thaffenheit eines fremden Objects liegt. 
Deaufontimorümenos," Gelbftpeis 
niger, Titel eines Luſtſpiels des Terentius. 
Heb, Zuſammenſegzungen damit, f. u. 
Hebe. ., 
Heba(a. Geogr.), Ort în der ſyriſchen 
Landſch, Kommagene, am Weſtufer des Eu: 
phrats , zwiſhen Melitene und Samoſata. 
Hebal (bibl. Geogr.), Burg in Paläfſti- 
na, im vormaligen Stamme Ephraim, füd: 
li<h von Samaria. 
Hebamme(Med,)eine Frauensperſon, die 
Beiftand bei Geburten ſich zu einem eignen 
Beruftgefhäft madt. Daß Frauen beim 
Gebôren den bedürfenden Beiſtand eben- 
falls von Frauen, nicht von Männern er: 
halten, “iſt ſo naturgemäß und ſelbſt den 
Anforderungen der Sittlichkeit entſprechend, 
daß es niht befremden darf, daß derſelbe 
zu allen’ Zeiten, bei allen Völkern und noch 
jeót an allen Orten, nebſt der erſten Für- 
ſorge für das neugeborne Kind, bei weitem 
zum großen Theil, wo nicht einzig dem weibs 
lichen Gefchleht Üüberlaffen und anvertraut 
geblieben iſt. Nur die niht ſeltenen Fälle, 
wo dur normividrige Zuſtände die Geburt 
gehemmt, ja, ohne ein funſtmäßiges Ein: 
wirken -und ohne Entſchloſſenheit, zu der 
ein weibliher Charakter ſich niht ſo leicht 
erhebt, unmöglich wird, haben bewirkt, daß 
die Entbindungsfunft (f. d.) zu einem Theil 
der Arzneikunſt erhoben und daß das, was 
theils zur Beſeitigung jener Hemmungen, 
theils zum Vorbeugen widernatürliher Zu- 
Hebamme 
ſtände abzwe>et, von Geburtshelfern , un- 
ſhi>li<h auh Hebärzten genannt, über- 
nommen und geübt wird, die aber. dod) au) 
die gewöhnlichen Verrichtungen dabei Hen, 
Überlaſſen, Schon in den altteſtamentli- 
chen Schriften wird der H.en der Hebräer 
von den Zeiten der Patriarchen an gedacht 
(CL Moſ.35, 17% 33,282. Mo, L154 
20). Aber fchon bei den Griechen war ber 
Geburtsbeiftand Kein ausfchließliches Ge 
Thäft von Weibern mehr, ja ihnen bie 
Tunfimäßige Geburtshülfe fogar eine Zeit: 
lang unterſagt (vgl, Agnodike). Als ihr 
Hauptgeſchäft wurde das Abſchneiden des 
Nabels des Kindes (ou@æAX47ouiæa) betraqh:- 
tet. Den 5. Tag nach der Geburt liefen 
die H., nachdem ſie ſih dur< Waſchen die 
Hände gereinigt hatten, mit dem Kinde auf 
dem Arme uh den Feuerherd und em: 
pfahlen e8 dem Schuge der Hausgötter, 
Vergl. Amphidromia, Bei den Römern 
hatten bie D, auch die Unterfukung von 
Schwangerfchaften. Wenn das Kind bei 
der Geburt von der H. empfangen und 
von den Eihäuten befreit: worden, legte 
fie es na>end auf die Erde, von: wo 
ed der Water wieder aufhob, wickelte es 
dann in Windeln und reinigte es durch Wa: 
Then. Außerdem behandelte die röm, H. 
auch Mutter und Kind ärztlich und blieb 
gewöhnlich bis zum 5. Tag bet der Wöhe 
nerin, worauf ſie ein Geſchenk erhielt 
und, nachdem ſie ihre Hände gewaſchen hats 
te, das Kind der Säugamme (nutrix) Übers 
gab. Im Mittelalter und bis zur erſten 
Hälfte des 16, Jahrh. bieb der geburts- 
hülfliche Beiſtand einzig Hen. überlaſſen, ja 
es war Aerzten dur. kirchliche Geſeße \o- 
gar bei Todesſtrafe verboten, Kreiſenden 
beizuſtehen, wie denn noch“ 1522 ein Arzt 
zu Hamburg (Doctor Veit) verbrannt tour: 
de, weil er fih bei Frauen in Kindesnd: 
then flatt einer H, hatte brauchen Yafz 
fen. Bon jener Zeit an wurde jedod) in 
den mehrfien europäifchen Staaten das 
Hebammengeſchäft einer der erften Gegen: 
ftände der fich aeftaltenden Medicinalpolizei, 
Run erhoben fick auh einzelne Frauen als 
Den z11 einer höhern Stufe wiffenfchaftli: 
her Bildung, 3.8. Louife Bourgeois 
(f. d. 2) in Paris, dann die Gattin von 
Fabricius v. Hilden (Sf, Fabricius 6) in Bern, 
Suflina Giegmundin (f. d:) in Berlin u; 
a.m.” Jedoch blieb immer noh das Entbin- 
dungsgefchäft einzig in den Händen von 
Frauen, mit alleinigen Ausnahmen von Fäl: 
len, wo dur< Zerſtückelung des Kindes oder 
den Bauchſchnitt eine Geburt beendigt wer- 
den mußte, bis Ludwig XIV. ſeine Gelieb- 
te de la Baliere durch einen Wundarzt (Su: 
lian Clemens), auf deſſen Verſhwiegen- 
heit er rechnete, entbinden“ ließ und dur 
deſſen Benehmen dabei ſo zufrieden geſtellt 
war, daß derſelbe auch bei den Mede 
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