Einleitung 11
+ aus es sich zusammenseßt. Und sobald dadur<, daß sich die
- Künstlerindividuen entwi>elten, eine Anzahl von Kunstwerken
dt und überhaupt eine Kunst da war, ließen sich stets wieder-
's kehrende Grundmotive in ihrem Thun erkennen und unbewußt
ie befolgte Gesetze, die über vem Individuum stehen.
18 Veberblifen wir nun aber die Vergangenheit, so wird
N uns flar, wie jeder Künstler, troß dem Eignen und Eigensten
)r an ihm, ein Kind seiner Zeit und seines Volkes ist. Er muß
18 dem allgemein herrschenden Stil sich unwillkürlich fügen; diese
e- historisc<e Macht hat mehr Stärke als das einzelne Wesen. Und
n auc< die Epochen und Nationen ordnen sich dem Ganzen unter.
ft Jede arbeitet in ihrem Geiste für sich und geht doh, ohne es
zu ahnen, mit dem großen Weltstrome der Menschheit. So
er offenbart sich im scheinbar Zufälligen Notwendigkeit, im sc<hein-
ie bar Vereinzelten Zusammenhang; und wir sehen: die Natur
ve des Schönen ist eine geschichtliche. Wir folgen ihm durc<
H. die Zeiten, fors<en nac< den Ursachen und Bedingungen seines
e* Gangs, erwägen den Wert seiner Erscheinungen, die Gewalt
it der besonders zu ihm berufenen Männer, die Art, wie es durch
< die obwaltende Gesamtstimmung modifiziert wird, sein Ver-
n hältnis zum Leben, zur Religion, zum Staat, zur Gesittung.
ie Und dabei haben wir es immer wieder mit seinen Elementen
n zu thun. So stellt sich 3. B. heraus, wie die Verzweigung der
it Phantasie in verschiedenen Arten mit den Kulturperioden der
ie Menscheit zusammenhängt, warum es ein klassisches, ein roman-
te tis<es Jdeal gibt und ein modernes (wenn man ein folches
he annehmen will). Der Unterschied zwischen den großen Künstlern
13 wird uns dabei klarer; und allmähli< erhellt sich die Nacht,
e. die zuvor undur<dringlich schien.
n Die Gegner berufen sih au< auf die Ungleichheit des
< Eindru>s, den das Schöne macht. Die Urteile divergieren
1e ja. . Wir haben keine Maßstäbe. Do< gehen wir von den
in einfachsten Erfahrungen aus! Wenn einer die Parthenonskulp-
fi- turen von Phidias, die sixtinische Madonna von Raphael, die
ot De>kengemälde der sixtinis<en Kapelle von Michelangelo nicht
Pz sc<ön findet, werden wir dann mit dem lange Umstände machen