Stabilitäts- und Wärmeproben. 153
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unter abnormen Verhältnissen beurteilen zu lassen; sie geben aber
keinerlei Aufschluß über die bei der Fabrikation beobachtete Sorgfalt.
Man wird daher vorteilhaft, und dies ist numnehr in sehr vielen Ländern
eingeführt, eine Wärmeprobe mit einer Zerstörungsprobe verbinden, und
in dieser Hinsicht darf wohl mit Rücksicht auf die in verschiedenen
Ländern erfolgte amtliche Einführung gesagt werden, daß die Jodzink-
stärkeprobe in Verbindung mit der Zerstörungsprobe bei 135° die ver-
läßlichsten Resultate gibt. Die Willprobe ist wissenschaftlich eine
höchst rationelle, sie leidet aber an der Kostspieligkeit der Apparate,
der langen Dauer (4 Stunden), während welcher Zeit fortwährende
Beobachtung notwendig ist, und an dem Umstande, daß sie dennoch
eine Nitrocellulose in vielen Fällen als vollkommen stabil ansehen 1äßt,
deren Wärmeprobe schlecht ist. ;
Die Bergmann - Junksche Probe ist prinzipiell mit der Will-
schen Methode identisch, nur wird sie bloß auf 2 Stunden ausgedehnt,
statt auf 4 wie bei Will. Vor letzterer hat sie den Vorteil großer
Einfachheit der Apparatur, aber den Nachteil, daß sie eine besondere
Analyse nötig macht, so daß sie in bezug auf die Zeit, nach welcher
ein Prüfungsurteil möglich ist, nur einen geringen Vorsprung hat. Es
hat kein Bedenken, die Dauer der Willschen Probe herabzusetzen,
dann kann man mit ihr aber den Verlauf der Abspaltung fortwährend
beobachten. Für besonders wichtige Fälle wird die mit einer Wärme-
probe kombinierte Willsche Probe wohl durch keine andere zu er-
setzen sein.
Der Verfasser hat in Verbindung mit G. W. Mac donaldund William
Macnab vergleichende Versuche mit allen vorgeschlagenen Methoden
gemacht!) und fand, daß die Probe bei 135°, in einem Bade von Amyl-
alkohol wie oben ausgeführt, wobei die Zeit bis zum Erscheinen einer
deutlichen Färbung der Röhren als Maßstab genommen wird, schnell
und verläßlich ist und den Vergleich mit allen anderen Methoden sehr
gut besteht.
1) Zwanzig Jahre Fortschritte in Explosivstoffen, Berlin 1909. (Twenty
years Progress in Explosives, London 1909.)
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