1.2
Die Ausnutzung der Energie,
der Brennstoffaufwand für die Pferdekraftstunde auf DR = ungefähr
?
3 Pfennig. Nun mögen für Löhne der Kesselheizer, Maschinenwärter
und für Gehälter der anderen Angestellten 2 Pfennig dazukommen,
ferner für Ausbesserungen, Schmierstoffe und dergleichen 1 Pfennig,
Damit belaufen sich die Betriebsausgaben allein schon auf 3 +2 +1
—6 Pfennig. Rechnen wir jetzt noch für die Abschreibung und Ver-
zinsung der Maschinenanlage und Gebäude 3*/, Pfennig für die tat-
sächlich abgegebene Pferdekraftstunde, so berechnen sich die Selbst-
kosten auf 9!/, Pfennig, während die Brennstoffkosten 3 Pfennig, also
nicht einmal ganz !/, der Gesamtausgaben waren. Diese Aufstellung
zeigt recht deutlich, wie untechnisch es ist, einzig und allein in der
Verminderung der Kalorienverluste das Heil zu suchen, und anderseits,
wie viele Einflüsse der Ingenieur zu berücksichtigen und wie sorgfältig
er zu rechnen hat, um zu dem besten Ergebnis, d.h. zu den
niedrigsten Selbstkosten für die erzeugte Pferdekraft-
stunde zu gelangen, die unter den gegebenen Verhältnissen erreich-
bar sind.
Vor gar zu einseitiger Betonung des Kostenstandpunktes muß
allerdings auch hier gewarnt werden. Wir müssen uns davor hüten,
Raubbau zu treiben, also Naturschätze, wie die Brennstoffe, die wir
nur in beschränkter Menge besitzen, zu verschwenden, um einen
günstigeren Kassenabschluß zu erzielen.
8. Andere Verfahren der Brennstoffausnutzung in
Kraftmaschinen. Gasmaschine; Sauggasanlage; Dieselmotor.
Was für Dampfanlagen ausgeführt wurde, gilt auch für alle
anderen Verfahren, nach denen die Brennstoffenergie ausgenutzt wird.
Verfolgt man den umständlichen Weg, den die Wärme bei der Dampf-
anlage durchmacht, ehe sie zur Arbeitsleistung gelangt, und sieht
man, wie viel auf diesem Wege verloren geht, so drängt sich eigentlich
von selbst der Gedanke auf, ob es denn nicht möglich ist, die Brenn-
stoffwärme der Kohle, statt auf dem Umweg über den Dampf-
kessel, unmittelbar in den Zylinder zu führen. Man hat diesen
Gedanken oft erörtert. Es erscheint an sich gar nicht unmöglich, jedes-
mal, wenn der Kolben vorgeht, eine kleine Menge Kohlenstaub in
den Zylinder zu bringen und zu verbrennen. Die hocherhitzten Ver-
brennungsgase werden sich ausdehnen und den Kolben vor sich her
treiben, also Arbeit leisten. In der Tat wird ernsthaft an dem Bau
eines solchen Motors gearbeitet. Die Hauptschwierigkeit macht die bei
der Verbrennung zurückbleibende Asche, die zu rascher Abnutzung von
Kolben und Zylinder führen wird. Es muß also eine besonders geeig-