Full text: Elisabeth Weber ([Hauptw.])

620 Luftbewegung 
Die in der Tropenzone sehr große Beständigkeit nimmt in dem Gebiet der „um- 
laufenden Winde‘ der Roßbreiten sehr erheblich ab, um in der gemäßigten Zone 54, 
wieder etwas anzusteigen. Jedoch ist die Beständigkeit auch im Gebiet der braven 93 
Westwinde keineswegs vergleichbar mit derjenigen der Passate; sie ist nur unwesent- Lon 
lich größer als etwa die eines Ortes in Deutschland. 
Den Jahresgang der Beständigkeit in NW-Deutschland zeigt folgende Ta- Atla 
belle, die für den geostrophischen Wind die gleichen Daten angibt, außerdem den Rex 
Radius des wahrscheinlichen Streuungskreises. Im Vergleich zur Beständigkeit zeigt kor 
dieser, daß die Schwankungen des Windvektors um seinen Mittelwert gerade im Winter war 
doch recht groß sind trotz relativ großer Werte B und im Frühjahr bei weitem nicht u 
so klein wie die Maßzahl der Beständigkeit anzudeuten scheint. dd 
Der geostrophische Wind und seine Schwankungen im Jahresverlauf in Nordwest- HG 
deutschland (30jähriges Mittel)*. = 
Inst 
J FM AM J JA 8 / O°N D. Jahr Ev 
Richt. des Vektormittels 259° 248 244 264 236 205 286 272 258 238 248 250 258° 
Geschw. des i. 5.6 3.8 30 16 06 25 33 45 29 39 48 5.4 33 m/sec 
Skalarmittel 32.7 11.2 10.3 9.6 7.8 7.9 7:38 8.3 13.9 10.0 11.7 12.3 9.9 P 
Beständigkeit 0.44 0.34 0.29 0.16 0.07 0.31 0.42 0.54 0.32 0.39 0.41 0.44 0.30 
wahrscheinl. Streuung 11.2 10.5 9.8 9.3 7.77 7.4 7.2 7.5_183.3 9.5 11.0 III. 9.4 m/sec 
5. Die Winde der Zirkumpolarregionen zeigen keineswegs überall ein Über- ED 
wiegen der Ostrichtung. Für die Nordhalbkugel kann man- lediglich sagen, daß die Gr 
Gebiete nördlich von 60° Breite häufig an der Nordseite der Tiefdruckgebiete liegen P 
und daher häufiger Ostwind haben als die gemäßigten Breiten. Im Mittel sind West- an 
und Ostwinde etwa gleich häufig, d. h. keine Himmelsrichtung ist bevorzugter Aufent- Ost 
haltsort von Zyklonen, und das Vektormittel des Windes verschwindet daher beinahe. Kol 
Die Richtungsbeständigkeit des Windes ist äußerst gering, vgl. 1a und 1b der obigen c 
Zusammenstellung. Ein stationäres Hochdruckgebiet kann daher nicht oder höchstens brül 
zeitweise (Sommer) über dem Nordpol vorhanden sein. — Ähnliche Beständigkeit win 
finden wir in der Weddellsee (südlich des Atlantik); es ist deshalb anzunehmen, daß 
dieses Gebiet — windklimatisch gesehen — etwa in der subpolaren Tiefdruckfurche zu 
liegt. Ganz anders sind die Verhältnisse in den Reihen 8b und c. Hier herrscht südlich N ut 
der Tiefdruckfurche außerordentlich stetiger Ostwind mit Beständigkeiten, die den- Aus 
jenigen im Passat nahekommen. Um den Südpol besteht also im Gegensatz zum Nord- Höh 
pol eine Zone beständiger Ostwinde; diese muß mit einem polaren Hochdruckgebiet, Asch 
zum mindesten in den untersten Luftschichten, verbunden sein. N dor 
' Literatur zu $1: [1] W. Köppen, Ann. Hydr. u. mar. Met. 22, 19, 1894 u. 49, 357, 1921. 
— Eingehende Darstellungen der Luftströmungen über den Ozeanen in den Segelhandbüchern, bruc 
herausgeg. v. d. Deutschen Seewarte für den Atlantischen Ozean (3. Aufl. 1910), Indischen LISC] 
Ozean (1892), Stillen Ozean (1897), jedes mit Atlas dazu. — Häufigkeitsdarstellungen des von 
Windes in den von versch. Staaten herausgegebenen Monatskarten: Deutschland: Dtsch. See- Aus 
warte, Monatskarten f. d. Indischen, den Nordatlantischen u. d. Südatlantischen Ozean. — Nieder- liche 
lande: Ozeanogr. en Met. Waarnemingen i. d. Atlant. Oceaan (Kon. Ned. Met. Inst. Nr. 110), ein: 
Ind. Oc. (Nr. 104), Chineesche Zee@n (Nr. 115). — England: Met. Charts of the Southern Ocean 34,5 
betw. Cape of Good Hope and New Zealand (Met. Off. Nr. 123, 2. Aufl. 1907) ; Monthly Pilot Charts Deo} 
North Atlantic and Mediterranean (M. O. Nr. 149); Monthly Wind Charts South Atlantic Oc. tors 
(M. O. Nr. 168); Met. Atlas Indian Seas and North Indian Ocean, herausgeg. v. W. L. Dallas ine 
u. G. T. Walker, Simla 1908. — Vereinigte Staaten: U. S. Weath. Bureau, Washington, 
Met. Charts of the North Atlantic Oc,, Indian Oc., North Pacific Oc. (alle monatlich), South At- 
lantic Oc. u. South Pacific Oc. (vierteljährl.), außerdem vom Hydrographic Office, Wash., Pilot Cirr 
Charts of the upper air, North Atl. Oc. u. North Pacific Oc. — Rußland: A. Kaminsky, Klima 
d. Union d. soz. Sowjet-Rep., Teil 2, Luftdr. u. Wind i. d. U.S.S.R., Leningrad 1932. — Tägliche Wen 
Karten vgl. $9, Lit. [9], S. 670. WO 
[2] W. Werenskiold, Geofys. Publ. 2, Nr. 9, 1922. S. 4 
[3] C. E. P. Brooks u. S. T. A. Mirrlees, Geophys. Memoirs 6, Nr. 55, 1932. keit 
[41 W. Wundt, Met. Z. 51, 49, 1934. — H. Seilkopf, Maritime Meteorologie (Handb. d. zu 
Fliegerwetterkunde, hrsg. v. R. Habermehl, Bd. II, Berlin 1939), Teil 3, V. d Ss 
= an 
* Nach unveröffentlichten Berechnungen von F. Möller. der 
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