210 — Birnspaliere.
erbauet worden. Daß uͤbrigens die Winterbirnsorten,
wenn man sie pflanzet auch beschnitten werden muͤssen,
und daß uͤberhaupt alles dasjenige hiebei zu beobachten
sei, was oben von den Sommer, und Herbstbirnen gesagt
worden ist, wird jedem einleuchten.
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Damit man aber auch bei einfallendem und anhalten⸗
dem sehr heißen Wetter seine Baumfruͤchte nicht verliehre,
welches vorzuͤglich in von Natur leichtem und trockenem
Boden oͤfters geschieht, so muß man die Versicht gebrau⸗
chen, und um seine Baͤume große Gruben machen lassen,
in welche man alsdann in den heißesten Monaten, Janius,
Julius ꝛc. wenigstens alle acht Tage an jeden Baum
einige Kannen, nicht zu kaltes, sondern an der Sonne
uͤberschlagenes Wasser, gegen Abend gießen, auch die
Gruben allenfalls, bei anhaltender Duͤrre, mit etwas
Stroh bedecken laͤßt, damit Luft und Sonne die Fench⸗
tigkeit nicht sogleich wieder austrocknen koͤnne. Wenn
man auf diese Art der Natur zu Huͤlfe kommt, und den
Mangel der guten Witterung ersetzt, so wird man auch
das Vergnuͤgen haben, seine Fruͤchte zu erhalten, welche
sonst bei großer Duͤrre gar oft abfallen.
Ueberdieses muͤssen die Rabatten, auch das uͤbrige
Gartenland fleißig, und wo moͤglich alle Jahre, oder
doch allerwenigstens alle zwei Jahre mit gut gefaultem
Duͤnger zur Genuͤge geduͤngt, und der Duͤnger jedesmal
im Herbste unter die Erde gebracht werden; denn wenn
die Baͤume nicht hinlaͤngliche Nahrung erhalten, so wer⸗
den sie weder gehoͤrig treiben, noch oͤsters und schoͤne
Fruͤchte bringen.
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§. 132.