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2.
Birnspaliere.
211
§. 132.
Es ist vorhin verschiedentlich des Ausbrechens
und Abzwickens der jungen Triebe Erwaͤhnung geschehen.
Es ist solches nicht nur hoͤchst vortraͤglich bei dem Stein⸗
obst, und zumal den Pfirschen, sondern auch bei dem
Kernobst thut es gute Dienste. Man ersparet nicht nur
dem Baum vielen Saft, denn er unnuͤtz in die Zweige,
die doch auf das Fruͤhjahr weggeschnitten werden muͤßten,
verschwendete, und manche Wunden, die ihm alsdenn
gemacht werden, sondern es wird auch der Baum leigter
in Ordnung und sein Safitrieb in mehrere Gleichheit
erhalten.
Dieses Ausbrechen der Triebe geschiehet hauptsaͤchlich
im May. Um diese Zeit sind die an den geschnittenen
Aesten ausgetriebenen Zweige hinlaͤnglich ausgesprosset,
um entscheiden zu koͤnnen, was fuͤr die Zukunft dienlich
sei, und was denn uberfluͤssig befunden wird, das wird mit
dem Daumen weggedruͤckt. Dieses ist besser als mit dem
Messer wegschneiden: denn beim Abdrucken geht der Keim
mit weg, aber bei dem Messer waͤchst er oft nach. Allein
die Zweige duͤrfen noch nicht hart sein, sonst giebt das Ab⸗
drucken schaͤdliche Wunden.
Das Abzwicken der jungen Triebe gehet zwar
hauptsaͤchlich nur die Steinobstbaume an; jedoch ist es
auch bei Kernobstbaͤumen oͤfters sehr brauchbar, wenn
man entweder zur Zeit des Safttriebs, da man keinen Ast
vegschneiden darf, einen frechen Trieb, ein Wasserschoß ꝛc.
in seinem Trieb maͤßigen und aufhalten, oder wenn man
von einem Zweig Nebentriebe haben will ꝛe. und sodann
aur die aͤußerste Spitze des Zweigs, oder solche bis zum
fuͤnften oder sechsten Blatt abzwicket.
O 2
§. 133.