Full text: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Ziegenrück und Schleusingen

‚10 
Kreis Schleusingen. 
östliche, kambrische Schiefergebirge mit der Linie Amtgehren -Schleusegrund an 
ler Kreisgrenze ab, doch greifen kambrisch- phyllitische Schiefer im Quellgebiet 
Jer Schleuse aufwärts bis zum Arlesberg über und tauchen inselartig im Ilmthal 
bei Stützerbach auf, Im Westen der oberen Schleuse tritt Kambium von Frauen- 
wald bis zum Adlerberg auf und entsendet eine schmale Zunge über Schmiede- 
:eld bis zum Rennsteig. Im Übrigen besteht der Anteil des Kreises am Gebirge 
ans Rotliegendem, durch dessen Trümmer und Spalten die Eruptivgesteine, 
Porphyr und Granit, empordrangen. So ist das Becken von Goldlauter und 
Suhl mit Granit gefüllt. Die Kambriumstöcke des Adlerberges werden von einer 
Zone Melaphyr und Porphyr umgürtet, während das Rotliegende als schmaler 
Unterbau in ziemlich gerader Linie von Suhl über Schleusinger-Neundorf bis 
Waldau streicht. Daran schliesst sich der breite Gürtel des Buntsandsteins, 
welcher im westlichen Teile bis zur Linie Dolmar-Eichenberg, am Unterlauf der 
Schleuse aber bis an die Werra reicht und die südliche Kalkformation begrenzt. 
Um jedoch das geologische Bild noch weiter zu beleben, ist beim Einbruch des 
Vorlandes ein Horst des älteren Gesteins von Rappelsdorf bis Eichenberg stehen 
geblieben, der „kleine Thüringerwald‘, Granit auf einem langgestreckten Unter- 
Jau von Zechstein, welcher sich auch auf einem schmalen Strich von Benshausen 
bis Suhl zeigt. Ganz isoliert ragen die Kuppen der Steinsburg bei Suhler- 
Neundorf und des grossen Dolmar auf und eine versprengte Zunge von Muschelkalk 
streicht von Südosten kommend über Wiedersbach bis Gottfriedsberg. Ausserdem 
treten von der Dolmargruppe in der Richtung auf Themar höchst verwickelte 
Störungen zu Tage, welche sich bis ins Thal der Schwarza und in dem Bergzuge 
dis zur Hasel mit gewaltigen Quetschungen und Verwerfungen bemerkbar machen. 
Der Metallreichtum der älteren Gebirge ist von den frühesten Zeiten 
an ausgebeutet worden.! Bereits um 900 wurde in Vessra Eisen geschmolzen 
Uezzerun, ubi ferrum conflatur). Das Rohmaterial wurde offenbar in den gneis- 
artigen‘ Schichten, Thuringit, gefunden, welche zwischen Schmiedefeld und Vessra 
als weisser, gelber und schwarzer Kux mit Magneteisenstein zu Tage treten und 
aach langer Vernachlässigung 1647 in einem grossen Tagebau ausgebeutet wurden. 
[216 erwarben die Grafen von Henneberg das Regal, in ihren Landen auf Gold 
ınd Silber bauen zu dürfen. Seit dem 14. Jahrhundert wurden die Schätze des 
Suhler Beckens aufgeschlossen, welche geschätztes Eisen ergaben, aber. auch mit 
vechselndem Erfolg auf Kupfer, Silber und Salz ausgebeutet wurden. 1546 begann 
nan bei Goldlauter auf Eisen und Silber zu schürfen, doch trat hier nach kaum 
150 Jahren eine volle Ermattung ein. Am. eifrigsten wurde der Boden nach dem 
zrossen Kriege, im Zeitalter der Adepten durchwühlt. 1687 und 91 wurde bei 
Waldau, Gethles und Silbach „nicht ohne Erfolg“ auf Silber und Kupfer geschürft, 
an gediegenes Silbererz wurde auf der Nabe über Breitenbach gefunden. Auf 
dem Brandberg bei Schleusingen entdeckte man sogar Goldadern, am Rosberge 
dei Gethles 1630 reichhaltigen Goldsand. Endlich ist noch 1686—95, dann wieder 
‚(64 am kleinen Dolmar auf Kupfer und Silber geschürft worden. Zur Zeit ruht 
der Hüttenbetrieb vollständig. Selbst die Waffenstadt Suhl arbeitet nur mit 
fremdem Rohmaterial. 
- Gläser, mineralogische Beschreibung der Grafschaft Hennebere 1775.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.