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102 Von dein weſentlichen Unterſchiede
Widerſpricht die Natur, und wenn ja zuweilen etwas unrichtiges
Ren durch die Gewohnheit ehrlich gemachet wird, ſo kan doch ſolch wi-
fan unna, derſprechend Ding nimmermehr eine beſtändige Mode werden, Da-
türlihDing her iſt es umſonſt was erwehnter F. Pozzo bey der folgenden Figur
niché recht: vorgiebt : Und hier muß ich, gleichſam zufälliger Weiſe, für
lerfigen mich und die neuern Bau-Meiſter eine Schußz-Rede halten,
welche wegen ciniger Veränderungen in der Bau-Kunſt, in
geringem Werthe, indem ſie der alten Art nicht gänglich
nachfolgen ( ich rede hier nicht von dem weſentlichen Grun-
de, welchen iederman richtig und unverſehrt beybehalten
will, ſondern von deſſen Auſſenwercken und Zierrathen) des-
halben ſind dieſe Armſelige mehrentheils denen Spôttereyen
und gemeinen Reden unterworfen, Aber dieſes ſollen fie
ſich nicht verdrieſſcn laſſen, angeſehen ihnen hiermit eben das
wiederfähret, was allen berühmten Leuten wiederfahren iſt,
bis daß ſie mit der Hoheit ihrer Verdienſte ſo hoch geſtiegen
find, daß fie der Neid nicht mehr beleidigen fonte. “Jch fdn-
te hiervon viele Erempel beybringen, Damit wir aber von der
gegenwärtigen Materie nicht zu etwas fremden abweichen,
fo mag der berúhmte Bau-Meiſter 3orozizi genug ſeyn, wel-
cher im vergangenen Jahrhundert gelebet hat : deſſen Wer-
>e, ſd ſehr ſie wegen der Erfindung und Veränderung geta-
delt und beneider worden, fo fehr werden fie heute zu Tage
bewundert, Laſſet uns deshalb gutes Muthes ſeyn. Denn
mit dem Fortgange der Zeit wird man nicht allein die Miß-
gunſt der Neider, ſdndern auch den Werth der Wercke ſe-
hen. (ce) Wir kehren aber zu unſern Vorſaß wieder, da foll aus-
ge-
(c) E qui, come per incidenza, deuo fare una apologia per me, e per li
Atchitetti moderni, i quali per qualche variare delle Architetture, ſono
in poco conto, mentre non feguitano totalmenteloftileanticho. (Non
dico.giä della foftanza, che ogn’ uno la voule ſana e ſalva, ma nè con-
torni e ornamenti di eſlo ) Sono per lo piùimeſchini oggetto più com-
mune delle fatire & dicerie popo lari; ma ciò non dovrialoro apportar
nola, impercio che in queſto hanno la ſteſla ſorte, che hanno avuto tuttu
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