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Das solchem Zwecke dienende [” Eisen wird gleichzeitig für den Anschluß des auf
Zug beanspruchten Ständers verwendet.
Neuartig erscheint die Verwendung Hetzerscher Binder für Lehrgerüstbauten
wie solche die Abb. 688 kennzeichnet. Eine Bauaufnahme des in Abb. 688a dar-
gestellten Lehrgerüstes zu einer steinernen Bogenbrücke bei Göschenen an der
Schöllenenbahn über die Reuß ist in Abb. 689 wiedergegeben !). Die Brücke wurde
1916 erbaut. Auch das in
Abb. 682 schematisch dar-
gestellte Aufstellgerüst sei
in diesem Zusammenhange
noch einmal erwähnt. Das
Vorteilhafte solcher Lehr-
gerüste ist, vom schnellen
Aufbau und von der KEr-
sparnis an Holz abgesehen,
vor allem in dem Umstand
zu suchen, daß ein plötzlich
einsetzendes Hochwasser
den frei gespannten Bindern
keinen Schaden zufügt.
Für größere Brückenbogen
kommt zur Vermeidung fester Ge-
rüste einEinschwimmen der Bogen-
hälften in Frage. Nach Maßgabe der
Abb. 690 erfolgt das Aufstellen vom
Ufer aus mit Hilfe eines besonderen
Gerüstständers, während nach
Abb. 691 das Aufrichten von einem
Prahm aus vorgenommen wird. Die in den genannten Abbildungen eingetragenen Gewichtsangaben be-
ziehen sich auf eine über 100 m weit gespannte eiserne Bogenbrücke. Das hier angewendete Verfahren
kann natürlich auch für die Einrüstung weitgespannter Betonbrücken, schließlich aber auch für ein
aölzernes, in Dreigelenkbogenform ausgeführtes Holzbrückenwerk in Frage kommen. Vgl. Bauing.
1923, 8. 92.
Unter Umständen kann bei mehrbogigen Strombrücken auch das Bauverfahren mit schwimmenden
Lehrgerüsten Anwendung finden, wie das bei eisernen Lehrgerüsten schon mehrfach geschehen ist. Zum
Ausfahren des in Abb. 692 gezeigten eisernen Lehrgerüstes für eine Beton-Flußbrücke mit vielen gleichen
Öffnungen und Wiedereinbauen zwischen zwei anderen Pfeilern wurde nicht ganz ein Tag benötigt.
Vgl. Bauing. 1923, S. 28.
Krananlagen.
ec) Krananlagen.
Krananlagen in Holz, insbesondere Kranstützen, sind schon mehrfach zur Aus-
führung gelangt; man vergleiche beispielsweise die Abb. 262, 271, 281. Es ist zu
unterscheiden zwischen den eigentlichen Kranträgern und den Kranbahnen. Einen
Kranträger?) zeigt z. B. die Abb. 693. Es handelt sich hier um Parabelträger, die
über der Laufbahn liegen, fachwerkartig gegliedert sind und nur an den Auflagern
vollwandig ausgeführt wurden. Die Träger nehmen die Last eines I-Eisens auf,
welches als Laufbahn für den fahrbaren Demag-Elektrozug dient. (Vgl. Bauing 1923,
S. 345). Bei dem in Abb. 694 gekennzeichneten fahrbaren Arbeitsgerüst liegen die
*) Ein größeres Lehrgerüst dieser Bauart — 36,7 m weit gespannte Parabelträger, mittels Sand-
‚öpfen auf Böcken ruhend — wurde für den Bau einer Tiberbrücke in Umbrien, einer dreibogigen Beton-
brücke, verwendet. Die Binder wurden später für das Dach einer Luftschiffhalle genommen. Vgl. Holz-
dau 1922, S. 79.
?) Kranträger solcher Art werden aber immer zu den Seltenheiten gehören. Die Gefahr, daß sich
die Verbindungsmittel unter dem Einfluß der dynamischen Wirkungen bald lockern und die Träger-
durchbiegungen zu groß werden, wird man wohl nie ganz beseitigen können.
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