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Saturnine Tabes. 22
an Anästhesie, unheilbarer Lähmung u. a. m. Die Gelenke der Patienten
sind mit kärglicher Flüssigkeit versehen und veranlassen durch Frietion
der Gelenkköpfe ein auffallendes Reibungsgeräusch. Die Hautdecken der
Patienten gerathen leicht in starke Transpiratiön, während dieselben zu-
nehmend verschrumpfen und rigider werden.
$. 272. Hat sich mit der Tabes incipiens das aufgeführte Ensemble
von Symptomen eingestellt, so kann dieser Zustand Jahre lang ganz sta-
tionär bleiben, aber auch unter Umständen sich eben so verbessern als
verschlimmern. Ist die Constitution des Patienten relativ kräftig und sind
die socialen und häuslichen Verhältnisse des Patienten von der Art, dass
demselben eine gule Pflege zu Theil werden kann, so weicht zuweilen
das chlorotische Gesicht einer mehr lebensfrischen Röthe, die Atrophie
einer mehr oder weniger vollkommenen Restauration des Körpers, das
Zitern einer mehr !determinirten Muskelbewegung, während alle übrigen
Functionen des Körpers sich bessern und kräfigen. Sind die äusseren
und inneren Umstände des Patienten ungünstig oder stellen sich bei wei-
terer Zufuhr von Blei neue Anfälle von Kolik oder anderen saturninen
Localleiden ein, wodurch die Kräfte des Patienten heruntergebracht wer-
den, so schreitet die Krankheit mehr weniger rasch zum dritten Stadium:
zu der confirmirten Tabes vor, worauf an dem Patienten folgende Erschei-
nungen und Symptome bemerkt werden.
Das chlorotisch-gelblich tingirte, wehmüthige Gesicht bewahrt die
funkelnden Augen, während die Muskulatur des verkümmerten Körpers
stärker vibrirt, die Gliedmassen stärker rotiren und schwanken, die Hände
sich stärker krümmen und die Stimme hohl und klanglos wird. Ueberdies
nimmt die Zehrung und Entkräftigung des Patienten immer mehr überhand.
Hat sich das Leiden zu einem höheren Grade entwickelt, so ist der Pa-
lient meistens ausser Stand sich aufrecht zu erhalten und wird meistens
paralytisch afficirt gleich einem Phantom auf das Lager hingestreckt. Weit
entfernt davon schon zur Ruhe zu kommen, quält den Patienten auch
jetzt noch die Dyspepsie, die stete Begleiterin des Leidens, mit fortdau-
ernder Appetitlosigkeit, mit Widerwillen gegen jeden Speisegenuss und
mit zeitweiligem Erbrechen. Ebenso quälen den niedergestreckten Patien-
ten häufig auftauchende Arthralgien, die dem Unglücklichen selbst die
Nachtruhe verkümmern. Auch von Koliken wird der Patient erfasst, die,
wenn auch mit kurzen und nicht sehr intensiven Paroxysmen, zum öfteren
wiederkehren. Ferner hat der Patient unter convulsivischen Affectionen
zu leiden, welche zuweilen, wenn auch nur auf Augenblicke, die Scene
verändern. Kommt es nicht zu unheilbarem Decubitus, so mindern sich
mit der fortdauernden Zehrung die Kräfte des Patienten immer mehr und
mehr und am Ende erwachsen heclisches Fieber und hydropische Schwel-
lungen, von welchen die Letzteren gewöhnlich von den Füssen beginnen
und sich rasch über Brust und Bauch ausbreiten, um die letzten Reste des
Lebens zu tilgen. Indessen geht nur die geringere Menge von Palienten
durch Hektik und hydropische Oppression zu Grunde, die Mehrzahl der-
selben erliegt accidentellen Leiden, besonders Entzündungen der Schleim-
häute, der serösen und fibrösen Gebilde, oder der parenchymatösen Or-
gane (Bronchitis, Pleuritis, Pneumonie, Entzündung der Unterleibsorgane,
Meningitis, in Entzündung übergehende Rheumatalgien der Muskeln und
der Gelenke u. A. m.), welche zu den gewöhnlichsten Complicationen der
confirmirten Tabes gehören und bei der Atrophie und Schwäche des Pa-
tienten nur selten glücklich überwunden werden.
Spec. Path, u. Therap, Bd. II. 15