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Aus
Das Wohnhaus. 349
letzterem Grunde liegt ihre offene Seite am besten nach Süden und
wird mit vorspringendem Schutzdach versehen, wenn man nicht eine
Altane nach Osten, eine nach Westen zur abwechselnden Benutzung
anordnen will (vergl. die Fig. 141—145, 145—148, sowie 115 und 116,
S. 840, 841, 843, 844, 847, 815).
Erker sind namentlich für das eigentliche Wohnzimmer und die
Aufenthaltsräume der Frauen von Wert, weil sie dem Gemach eine an-
sprechende Form verleihen und lichtvolle Arbeitsplätze bieten. Es ist
jedoch durchaus erforderlich, ihnen eine diesen Zwecken entsprechende
Grundform zu geben: verhältnismäßig schmale, weit vorspringende
Erker bieten die genannten Vorzüge nicht, es ist daher ratsam,
die Erker möglichst breit zu gestalten und sie nicht weiter vorspringen
zu lassen als dieser Breite entspricht. Wenig ausladende Erker schmiegen
sich dem Raume stets an, während sich weit vorspringende von ihm
loslösen. Da weit ausladende Erker kostspielig sind und als äußerer
Gebäudeschmuck nicht die an-
sprechende Wirkung hervorrufen
wie wenig vorspringende, so liegt
kein Grund vor, ihnen den Vorzug
zu erteilen (vgl. die Fig. 141—146
und 149—151).
Sollen Erker preiswert her-
gestellt werden, dann darf ihre
Ausladung nur eine geringe sein
(vergl. Fig. 127 und 128, S. 824)
und es müssen zu ihrer Herstel-
lung leichte Stoffe gewählt werden,
weil mit dem Gewicht und dem
Hebel, an welchem dieses wirkt, die
Kosten der tragenden Teile zu-
nehmen. Am billigsten stellen sich
Erker aus Holz und Glas. Durch
die Wahl harter Holzarten läßt sich
die Feuersgefahr ausreichend ver- Fig. 149, 150 und 151. Ausbildung
ringern, auch gestatten diese eine der Erker.
künstlerische Ausbildung. Will man
Erker aus Stein oder Mauerwerk bilden, dann sind möglichst dünne
Querschnittsformen der Pfeiler zu wählen und leichte aber aus-
reichend feste Kunststeine für sie in Anwendung zu bringen. Werden
aus technischen Gründen dichtes Gestein, Eisen oder andere die Wärme
gut leitende Körper zur Herstellung der Erkerwandungen verwendet,
dann ist es geraten, diese Teile innen mit Holz zu bekleiden, um
günstige Wärmeverhältnisse herzustellen. Aus dem gleichen Grunde
empfiehlt es sich, die Glasflächen doppelt anzuordnen und die Zwischen-
decken vollständig mit schlechten Wärmeleitern auszufüllen, weil die
Erker der Wärmeübertragung besonders stark ausgesetzt sind. Letzteres
gilt auch von Wintergärten, Glashallen und dergl.
Sind derartige Räume nach unschönen Höfen gerichtet oder sollen
sie den Einblick verwehren, dann können sie ganz aus Glashohlsteinen
(vergl. Fig. 86 S. 750) aufgebaut oder mit Rippenglas, Butzenscheiben
und dergl. eingeglast werden. In einzelnen Fällen empfiehlt es
sich, alle Glasflächen beweglich anzuordnen, damit dieselben während
der warmen Jahreszeit entfernt werden können, weil die Wärmeverhält-
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