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A condition À conto 161
ſodaß der Berg, wenn er wirklich niht von dem Sahama oder von dem Sorata in Bolivia über-
ragt ſein ſollte, der höchſte Berg Amerikas wäre. Der A. iſt deutlich von Valparaiſo aus zu
ſehen. Obgleich er als Bulkan bezeichnet wird (wie übrigens in Chile allgemein jeder hohe, fehnee-
bededte Bergfegel), zeigt er doch keine ſichere Spur no vorhandener Thätigkeit. An ihm führt
der etwa 12000 F. hohe Cumbre- oder Uspallata-Paß vorüber, an deſſen Beginn Villa de los
Andes liegt, der Hauptort des Verkehrs mit Mendoza in der Argentiniſchen Conföderation.
A condition (franz., d. h. auf Bedingung ) verſendet ein Fabrikant oder Kaufmann eine
Waare, wenn es dem Empfänger freigeſtellt bleibt, die Waare für den Fall der Nichtverwen-
dung oder des Nichtabſazes nach einer gewiſſen, näher beſtimmten Zeit zurü>zuſenden. Vor-
zugsiweiſe findet dieſe Art der Waarenlieferung in Deutſchland bei dem Buchhandel ſtatt. Die
Sortimentsbuchhändler erhalten in der Kegel von den Verlegern die beſtellten Bücher entweder
& condition oder auf fefte Rechnung geliefert. Während in leßterm Falle der Beſteller die
Verpflichtung eingeht, das Beſtellte unbedingt zu behalten, verpflichtet er ſich im erſtern Falle
nur, den nicht abgeſeßten Theil der beſtellten Bücher zu remittiren, d. h. an den Vexleger vor
Beginn der Buchhändlermefje zurüiczugeben.
Aconit, Aconitum, eine ſchon den Alten unter dieſem Namen bekannte Pflanzengattung
aus der Familie der Ranunculaceen, dem Nitterſporn zunächſt verwandt, deren Arten (lauter
perennivende Stauden) die Volksnamen Sturmhut, Eiſenhut (wegen der einem Helme mit
geſchloſſenem Viſir ähnlichen Blume), Venuswagen u. \. w. führen. Wegen der anfehn-
lichen, meiſt dunkelblauen oder violetten, ſeltener gelben und weißlichen Blumen, welche in
lange Trauben oder pyramidale Sträuße geſtellt ſind, werden mehrere Arten dieſer in der ge-
mäßigten Zone der nördl. Halbkugel heimiſchen Gattung zur Zierde cultivirt, namentlich A.
Stoerkianum, Napellus, variegatum. Alle Arten enthalten in allen ihren Theilen, beſonders
in den ſtets handförmig zertheilten Blättern und in den oft fnolligen Wurzeln, brennendſcharfe
und betäubendgiſtige Stoffe und müſſen deshalb als gefährliche Giftpflanzen bezeichnet werden.
Es ſind ſhon oft Vergiftungen, die bisweilen einen tödlichen Ausgang genommen haben, vor-
gekommen, ſei es infolge zufälliger Beimengung von Aconitblättern unter Gemüſe uid Salat,
ſei es dadurch, daß Unkundige die knolligen Wurzeln der giftigſten Art, des in Gebirgsthälern
wachſenden A. Napellus, für die Wurzeln einer andern Gebirgspflanze, des Liebſtöckels, welche
man in vielen Gebirgsgegenden als Ingredienz zu einem Kräuterliqueux verwendet, hielten.
Die Wirkungen einer Vergiftung durch Aconitgenuß äußern ſi zunächſt in brennenden Schmer-
zen in der Mundhöhle und auf der Zunge, worauf bald vermehrte Harn- und Schweißabſon-
derung, von beſchleunigtem Puls, Erweiterung der Pupille, Dunkelſehen, Schwindel und
Kopfſchmerz begleitet, eintritt. Dann folgen Erbrechen, Kolikſchmerzen, Krämpfe, Zittern der
Glieder, Beengung der Reſpiration, bis zuletzt, wenn nicht Hülfe gefchafft wird, unter Deli-
rien, Ohnmachten, Zu>kungen und unwillkürlichem Stuhlabgang der Tod eintritt. Das eigent-
lich giftige Princip dieſer Pflanzen iſt ein Alkaloid, das Aconitin, welches aus ſeiner wein-
geiſtigen Auflöſung in weißen, kryſtalliniſchen Körnern gewonnen werden kann. Daſſelbe iſt
geruchlos, von bitterm, anhaltend ſcharfem und kraßendem Geſchma>, nicht flüchtig, ſchmilzt
bei 80° und zerfetst fich bei 125° Wärme, Außer dieſem giftigen Alkaloid kommen in den
Sturmhutarten eine eigenthümliche Säure, Aconitſäure, und ein noh niht näher beſtimm-
ter, flüchtiger, beim Verdampfen die Augen reizender Stoff vor. So giftig das Aconitin iſt,
ſo hat e8 fich doch zugleich auch fehr heilfräftig bei gewiſſen Krankheitszuſtänden erwieſen. In
der Heilkunde wurde -der A. zuerſt dur den fkaiſerl. öſterr. Leibarzt von Stoerk im vorigen
Jahrhundert eingeführt, weshalb ihm zu Ehren auch eine in den Gärten als Zierpflanze ſehr
verbreitete Art den Beinamen Stoerkianum erhalten hat. Am heilkräftigſten iſ aber die oben
genannte giftigſte Art, das A. Napellus: In der Pharmacie ſind die Blätter, Blüten und
Wurzeln dieſer beiden Arten unter den Namen Herba oder Folia, Flores und Radices oder
Tubera Aconiti oder Napelli befannt. Der A. hat beſonders bei den Homdopathen viel Be-
achtung gefunden, welche ihn namentlich bei hitigen Fiebern, Bruſt- und Gelenkentzündungen
u, ſt. w. anwenden, Sonſt wird der A. innerlich gegen Rheumatisuius, Gicht, Lungenſucht,
hroniſche Lähmungen, Nervenkrankheiten, Aſthma, Unterleibsſto>ungen, Ichlechte Säfte u. dgl.,
äußerlich bei bösgartigen Geſchwüren, Krebs u. a. verordnet. Bei Aconitvergiftungen laſſe
man, bis die ärztliche Behandlung eintritt, den Kranken Eſſig oder Wein in kleinen Gaben
trinken, und gebe, namentlih wenn die Vergiftung zeitig bemerkt wird, ein Brechmittel.
À conto, ein dem Staltenifchen entlehnter Ausdru>, welchem unfer « auf Rechnung» oder
Converfations - Lexikon. Elfie Auflage. I. 11