Full text: Tenna bis Treusch (23. Band)

; 1835) 
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Teutſchlaud (Geſch. bis 1835) 
fhon die meiften teutfchen Regierungen mit 
Preußen wegen ines gemeinſamen Bollvers 
bands unterbanbelten, fo fanderr bie hans 
növerfhen Vorſchläge wenig Beifall und 
blieben unberüdfihtigt. Die allgemeine 
Aufregung, bie in der Mitte des Jahres 
4832 ihren hôc<ſten Gfpfel erreicht zu ha- 
ben fhien, fing gegen das Ende des Saıbh> 
res an, fih immer mehr zu befchwidhtigen. 
Die Kriegerüftungen waren elngeſtellt wor- 
ben, die preußifhen Truppen in ihre 
Stantquartiere wieder eingerüct und. die 
1882 fi noch hier und da zeigende Chos 
Iera hörte mit dem Jahre ganz auf oder 
ſcien es wenigſtens. Die vereinzelten Un- 
ruhen in Meinbernheim, Jena und DHEHE 
chen, in leßtern Orten nur Studentenexs 
ceſſe, fanden nirgends mehr Anklang und 
trugen dazu bei, die Menſen mit den 
ſtreagen Bundestagsbeſhlüſſen einigerma- 
en auszuſöhnen. Beſonders war dieſes 
mit dem Aufftand der Fall, der am grüs 
nen Donnerstage den 3. April 1833 in 
dem Sis des Bundestags zu Frankfurt 
am Main ferbft zum Ausbruche Fam, und 
deſſen nächſter Zwe> die Sprengung bee 
Bunbetverfammlung zu ſein ſchien, Die 
Lerſhwornen, meiſt unbedeutende junge 
Leute, fchtenen die Werkzeuge übelwolens 
der Ausländer zu ſein, die dur< Anſtiftung 
von Volkbewegungen in T. gndere Zwecke 
verfolgen wollten. Die Verſhwörer began- 
nen thr Werk mit dem Meuchelmord einer 
Schildwache u. des Untero*fiziers dex Haupte 
wache, welche ſie, ſo wie die Conſtablerwas 
che erſtürmten, aber ſehr bald durch bad aus 
der Kaſerne anrückende Linienmilitär daraus 
wieder vertrieben wurdenz doch kamen bet 
den Tumulte mehrere Menſchen ums Leben 
u, viele wurden mehr oder minder gefährlich 
verwundet. Dieſer Vorgang u, mehrmalige 
Verſuche, die Verhafteten dur<h Gewalt zu bea 
freien, bewogen die Bundesverſammlung dſt- 
teihifche u. preuß, Truppen nah Frankfart 
a. M. kommen zu laſſen, Da die Unterſus 
hung noc nicht vollendet ift, fo kann über 
die Verzweigung noh ni<hts Gewiſſes mit 
getheiit werden. Während des Jahrs 1853 
veränderte- ſih wenig în den öffentlichen 
Verhältniſſen teutſher Staaten und in den 
Stellungen der Landſtände gegen ihre Re- 
gierungen, Die meiſten Deputirtenkammern 
thaten wiederholte Vorſtellungen gegen die 
Beichlüffe d28 teutfchen Bundestags In Be, 
tref der Preßfreibeit, die aber entſchieden 
zurücgewiefen wurden, da einmal bie Ree 
gierungen den Ständen die Competenz zu 
Discuffionen ‚über die Verfügungen der 
Bundesverfammlung nit einräumten, ans 
dererſeits die oben erwähnten Vorfälle eine 
firenge Beauffihtigung der Preffe nöthig 
madten. An Kaſſel und Darmſtadt 
fam es zwiſhen den Ständen und ihren 
Regierungen zu harten Neibungen, und im 
Teutſhland (Beſch. bis 1835) 245 
erſtern Lande wurde der Miniſter von Haſs 
fenpflug in Anktagezuftand gefegt, von dem 
Dberapvellationsgeriht aber freigeiproden. 
Diefe Mißverhälinffe bewogen bie. reipeca 
tiven Landesherren die Kammern im Nos 
vember 1838 aufzulöſen. Jm Königreich 
Sachſen wurden m Januar die Kams 
mern zufammenberufen, und wenn es au< 
hier an heftigen Debatten nicht fehlte, To 
blieb doh das gute Vernehmen zwiſchen- dee 
Reg!erung und ihnen ungetrübt, und au< 
in Badem wurde der Landtag von 1333 
im December von dem Großherzog mit 
wahrhaft väterlicher Milde und Herzlichkeit 
entlaſſen, Wenn glei die im September 
1833 erfolgte Zufammenkunft des Kaiſers 
von Nußland und des Königs von Preußen 
in Shwedt und das Zufammentreffen 
dieſex- beiden Monarchen kurz darauf mit 
dem Kaiſer von Oeſireſh zu Münchens 
grs (19, Sept. u. folgende Tage) mehr 
allgemein europäiſche Angelegenheiten zum 
Zwe>e haben mochten, als blos teutſche, #0 
werden die lestern dabei wohl au nicht 
unberückſichtigt geblieben ſein, Von den Res 
fultaten des ¿zu- Ende des Jahres 1333 in 
Wien zufammenberufenen bis Mitte 1834 
dauernden Miniftercongreffes aller teuts 
fhen Bundesftaaten ik bis jest wes 
nig bekannt worden, Das einzige was 
man bis jest ald Folge dieſes Congreſſes 
anfeben Fann, ‘iſt die größere Beſchränkung 
der Preſſe und des Buchhandels , durch die 
Nachcenſur , welche gegen ausländiſche Zeits 
blätter, Flug- und andere Shriften vers 
fügt worden {fl und ein größeres Zufame 
menwirken în Hinſicht auf die Beldräns 
kung der Univerfitäten. Eine Beſchränkung 
der gegebenen Conſtitutionen, die, wie es 
hieß, erfolgen ſollte, iſt bis jegt (Anfang 1835) 
noc niht bekannt geworden, Das wichtigſte 
Eretgniß des Jahrs 1833 iſt aber der Abs 
\<luß eines neuen großen Zollverein ®ê, 
der dadurch eniſtanden iſt, daß die Königs 
reihe Würtemberg, Baiern und Sachſen, 
fo wie die ſächſiſhen Herzogthümer, das 
Großherzogthum Weimar und die ſ{<warz- 
burgiſhen u. ceußiſchen Staaten dem preus 
fiſh - heſſiſchen Zollverein befgetreten- ſind, 
Dieſer große Verein, der am 1. Januar 
1834 ins Leben trat, umfaßt 22 Millionen 
Teutſche, eine Menge läſtiger Sperrlinien 
und Mauthanfſtalten find gefallen, und es 
iſt kaum zu bezweifeln, daß mit ber Zeit 
auch noch die übrigen Staaten, Oeſtreich 
und Hannover etiva ausgenommen, fi 
ihm anſchließen und daun in dem Übrigen 
T. keine einzige Bolllinie mehe ben Vers 
Fehr unter den Zeutfchen hemmen wird, 
Sicherem Vernehmen nach follen das Großs 
herzogihum Baden, das Herzogthum Naſs 
fau und Frankfuxt no< in der“ erſten 
Hälfte von 1835 beitreten. - Gegen diefen 
Bolloerbandb erhoben |< a O 
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